Sakuma-Inside

Durch eigene Erfahrungen beim Bau von Verstärkern lernt man den 'Ton' der einzelnen Teile kennen.

Wenn Sie z.B. mehr Höhen brauchen, geht das am besten, indem Sie Widerstandswerte und Kapazitäten ändern.

Vielleicht auch ein anderes Fabrikat nehmen. Jeder neue Kondensator bringt einen neuen Sound. So dringen Sie tiefer in die Materie ein.

Sakuma Verstärker werden nach einem ganz eigentümlichen System gebaut

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Alle Transformatoren stammen von Tamura

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Sogar das Lötzinn ist von Tamura

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Lautsprecherkabel und Verdrahtung sind von derselben Sorte:
schlichte japanische AC-Litze.

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Die Kondensatoren stellt Nikkemi oder Nichicon her

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Als Widerstände werden billige Metalloxide-Typen genommen.

Alle Transformatoren werden bei Tamura in Japan gewickelt. Der kundenspezifisch ausgelegte STU-001 wird voraussichtlich ein Standardbauteil von Tamura werden. Die anderen Transformatoren wurden nur für meinen eigenen Gebrauch gewickelt und sicherlich nicht in den Katalog von Tamura aufgenommen.

Die Zwischentransformatoren (DC 150 mA) sind das Ergebnis einer Zusammenarbeit mit Tamura nach 2 Jahren Hörtests. Transformatoren von Tamura erlauben mir aufgrund ihrer hervorragenden Qualität die Verwendung derselben Röhren sowohl in der Treiberstufe als auch für die Leistungsstufe.

Obgleich Tamura die Produktion des SK-20K Treibertransformators wegen der unwirtschaftlichen Herstellungskosten eingestellt hat, können sie ersatzweise den STU-5K verwenden, der von SUN-Audio verkauft wird, einem Distributor von Tamura in Japan.

Lassen Sie mich noch auf die amorphen Trafokerne eingehen: Es gibt 3 Arten von Audiotransformatoren: Si-Fe Typen, Ni-Fe (Permalloy) und amorphe Typen. Der amorphe Kern setzt sich zusammen aus Fe-Ni oder Fe-Co, es ist aber keineswegs eine Legierung dieser Metalle. Er hat keine reguläre Gitterstruktur wie Metall.

Physikalisch gesehen ist das amorphe Material dem Glas sehr ähnlich und genau so zerbrechlich, aber Tamura löste das Problem mit einer speziellen Herstellungstechnik.

Die andere Herausforderung, die Tamura überwinden musste, war die, dass das amorphe Material schneller in die Sättigung kommt, als Permalloy oder reines Nickel. So kamen auch hier spezielle Techniken zur Anwendung.

Ich entdeckte, dass der amorphe Kern sich hervorragend für den gesamten Frequenzbereich eignet, jedoch erfordert sein extrem reiner Klang Farbe und Kraft an anderer Stelle im Verstärker. Andere Verstärkerbauer, die amorphe Kerne ausprobiert haben, sagten mir, dass die niedrigen Frequenzen zu schwach seien. Meine Antwort ist einfach: Ihr Problem wird nicht von dem amorphen Kern verursacht, sondern von der armseligen Qualität der anderen Teile, die sie in ihrem Verstärker verwenden.

Mein Ausgangstransformator wird ebenfalls aus amorphem Streifenmaterial gemacht. Er hat zwei Sekundärwicklungen mit separaten Anschlüssen für Mittel-Hochton-Treiber und Basslautsprecher, um einen klaren und kräftigen Klang mit der Altec-Lautsprecherbox zu bekommen. Meine Kondensatoren werden von den Firmen Nikkemi und  Nichicon produziert. An Widerständen verwende ich billige Metalloxidtypen.

Ein paar schlichte Werkzeuge in dem kleinen roten Blech- kästchen auf dem Foto - das ist alles, was Meister Sakuma für den Bau seiner Verstärker braucht.

Im folgenden gehen wir etwas mehr ins technische Detail.

Die Zweipunkt-Erdungsmethode

Rot ist die Signalerde - Grün die Farbe für die Netzteilerde.

Der Durchmesser des Haupt-Erdleiters beträgt mehr als 3mm

Die Signalerde wird an den Enden mit der Eingangs- und er Ausgangsbuchse verbunden.

Die Netzteilerde wird an einem Punkt mit den Chassis verbunden, der nahe am Netztransformator liegt.

Dieses Beispiel zeigt die Masseführung im Sakuma Phono-Vorverstärker:

Die Erde der Röhrenheizung wird nicht mit der Haupt-Erdleitung verbunden.
Der richtige Anschluss ist an der Ausgangsbuchse.

 

Ich benutze diese Methode, um den Wechselstrombrumm zu reduzieren.

Wie auch immer: Verbinden Sie nie die Erdverbindung mit dem Chassis, bevor Sie die Verdrahtungs- und Lötarbeiten beendet haben. Sobald Sie die Verdrahtungsarbeit abgeschlossen haben, setzen Sie die Messspitzen eines Multimeters zwischen der Erdverbindung und dem Chassis an. Erst wenn der Tester keinen Strom anzeigt, können Sie die Chassisverbindung herstellen.

Falls Sie das Pech haben, dass das Instrument Strom anzeigt, müssen Sie nach einem Kurzschluss irgendwo in der Schaltung suchen. Viele Verstärkerbauer binden die Kabel zu Kabelbäumen zusammen. Man fängt sich aber auf diese Weise eine Menge von Einstreuungen und Wechselstrombrummen ein. Obwohl meine Verstärker nicht so schön, wie kommerzielle Produkte in einem Hochglanzkatalog aussehen, muss ich meine Röhren nicht mit Gleichstrom heizen.

 

Das Foto zeigt diese Verdrahtungstechnik. Der zentrale Erdleiters auf dem Bild ist violett eingefärbt.

Der 100 Ohm Lautstärkeregler

Nach vielen Tests verwendet Sakuma ein 100 Ohm Potentiometer zwischen Trafowicklungen mit 150 (!) Ohm
Theoretisch sollte es ja besser sein, den Lautstärkeregler so wie unten eingezeichnet anzuschließen.



Unter klanglichen Gesichtspunkten optimiert, macht es Sakuma auch hier wieder anders.

Der 2-Kanal Verstärker

Die Feinabstimmung der Frequenzweichen von Mehrwege-Lautsprechersystemen kann zum Ärgernis werden.
Durch herumprobieren kann man zwar den besten Punkt finden, aber das kann nervtötend sein.

Sakuma fand auch hier einen einfachen Weg. Zuerst steuerte er seinen Lautsprecher ganz konventionell über zwei separaten Verstärker an.

Doch bald ging er dazu über, einen integrierten 2-Kanalverstärker auf einem Chassis zu bauen.
 

Überraschend offen - so fand Sakuma den Klang dieser Anordnung. Er entdeckte neue Momente in seinen alten Aufnahmen.
Ihm wurde gewahr, wie viel an Musikalität einer CD oder LP durch herkömmliche Frequenzweichen vernichtet wird.  

Nach einigen Monaten schrieb Herr Sakuma über einen neuen Verstärker in der Augustausgabe 1990 des 'MJ-Magazins':
'Dieser Verstärker verwendet zwei Arten von Endröhren für eigene Frequenzbereiche. Eine einzelne El-34 ist für die Hochfrequenzen da und ein  Gegentaktpaar mit der 6550 für die niedrigen Frequenzen.'

Sakuma zeigt uns, dass die Treiber-Anforderungen für den Hochtöner gegenüber denen für den Basslautsprecher völlig unterschiedlich sind.

In der Augustausgabe von 'MJ' im Jahr 1992 veröffentlichte Sakuma noch einen anderen Verstärker, der häufig nachgebaut und so kommentiert wurde: 'Sakuma hat mal wieder Recht behalten'

Sie sollten sich selbst davon überzeugen, dass diese Zweikanaltechnik Sakumas einfachen Frequenzweichen überlegen ist - probieren Sie es doch bitte einfach mal aus.

6G-B8 Integrierter Zweikanal Vollverstärker