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15. Juli 2006: " Die klassischen 50er-Jahre-Röhrenradio-Laut- sprecherchassis, die zur Zeit eine Renaissance erleben, veranlassen einige Hersteller, ähnliche Breitbandlautsprecher mit modernen Methoden herzustellen."
Wenn man gute Ohren hat, und dazu noch einigermaßen selbstsicher ist, kann man auf dieses Testat eigentlich verzichten - aber schön ist es doch, das folgende Statement über den 'Greencone Lautsprecher an sich' zu lesen: "Zwar kommt er nicht ohne (Super-) Hochtöner aus, aber davon abgesehen zeigt der über 50 Jahre alte Greencone ein bemerkenswert souveränes Übertragungsverhalten. Dass so mancher Musikliebhaber sich für dieses alten Schätzchen begeistern kann, ist nicht ganz unverständlich." 13. Juli 2006: "Hartmut Quaschik (Triode-Festival, AAA-Forum) ist nächste Woche auf SAP-Schulung bei uns in Walldorf und ich dachte mir, wir könnten... " ...so ähnlich hatte mir Frank Gales (seines Zeichens 'Klangphobiker' und promovierter E-Ing.) vor ein paar Tagen gemailt. Wir verabredeten uns also für gestern zu einer netten kleinen Runde von Audiofreaks bei mir - man kannte sich ja schon. Mein Freund Jürgen Bartlewski war noch spontan dazu gestoßen. Ich lud auch noch Markus Redelstab ein, einen netten Bekannten, den ich über Firmenkontakte zurzeit fast täglich sehe, der aber noch nie bei uns zuhause war. Markus ist Inhaber des Ingenieurbüros
÷ Bild groß ÷ Hier sitzt man gemütlich beim Abendbrot zusammen und tauscht sich über gemeinsame Interessengebiete aus, an denen in diesem Kreis kein Mangel war.
÷ Bild groß ÷ Zwischendurch gab es natürlich Musik zu hören. Ich spielte zwei Greencone-Lautsprecher mit unterschiedlichen Charakteren vor. Meinen besten 1626-Triodenverstärker hatte ich leider diesertage für einen Vergleichstest weggegeben. Das war der Grund, warum wir mit einem ganz neuen Verstärker vorlieb nehmen mussten. An diesem neuen Modell hatte ich zwei Modifikationen vorgenommen, die klanglich noch nicht abgesichert sind.
÷ Bild groß ÷ Es gibt also immer viel zu probieren. Jürgen bringt mir zurzeit laufend neue Röhrensorten mit, die ich alle unbedingt noch testen soll, weil sie bei ihm zuhause an seinem 'LeBong-Verstärker' besser klingen. Ich sehe schon - das wird mich längerfristig beschäftigen. Jürgen hat immer sehr ausgefallene und sehr gute Ideen. Sein neuester Design-Coup sind spezielle Röhrendämpfer aus Stahlwolle. Sie sollen bei meinen Endpentoden für noch mehr Ruhe im Klangbild sorgen. Auch diesen Effekt müsste ich noch genauer abklären.
÷ Bild groß ÷ Ich finde Jürgens 'Voodoo-Zubehör' auf jeden Fall wirklich hübsch - soviel ist sicher. Wie putzig das Ganze aussieht, kommt auf meinem Foto nicht rüber. Wie es klingt, das habe ich selber auch noch nicht probiert. Jedenfalls werden die Knäuel ordentlich heiß. ______________________
Kommentar 14. Juli 2006:
"Hallo Johannes, ______________________ Nachtrag vom 5. Oktober 2006: Jürgen Bartlewski, der sich die netten Röhrenpuschel aus Stahlwolle oben ausgedacht hatte, bat mich kundzutun, dass selbige sich in der Praxis längerfristig nicht bewährt haben. Es sieht momentan so aus, als ob die Röhren mit dieser Art Dämpfern zu heiß würden und sich schnell verbrauchen. An manchen Röhren hat Jürgen eine bräunliche Verfärbung am Glaskolben bemerkt, was ein Zeichen ist, dass da im Inneren etwas abdampft. 6 . Juli 2006: Öfter mal nur gute Musik pur erleben, ohne groß festlich herausgeputzte Gäste, ohne 'Sehen und gesehen werden', in eher funktionellen Räumlichkeiten. Mal 'einfach so' spontan hingehen können, das mögen wir besonders an den kleinen Konzertabenden im Karlsruher Schloss Gottesaue.
Photo credit: Tobias Helfrich Das Schloß ist der Sitz der Staatlichen Hochschule für
Musik Karlsruhe Gestern spielten beispielsweise Studierende der Gitarrenklassen von Boris Bagger und Prof. Andreas von Wangenheim ein paar abwechslungsreiche und schwierige Stücke. Es war ein Genuss das zu hören, trotz Sommerhitze. Und wir schafften gerade noch mit unseren Rädern die zwanzig Minuten zurück zur rettenden Haustür, bevor die Wärmegewitter losbrachen. Die Straßen waren wie leergefegt. Frankreich spielte gegen Portugal Fußball. 28. Juni 2006: Hörsitzung mit Andreas F. Herr F. ist Schreinermeister, Möbel- und Innenraumgestalter und hat zudem ein paar Jahre Architektur studiert. An den klaren Linien und Formen, an den schlichten Materialien und Farben, erkennt man bei ihm sein strenges Gestaltungsprinzip. Auch an seine Hifi-Anlage stellt er hohe Ansprüche und kennt sich aus. Seine Frau ist Jazz-Sängerin. Die besonderen musikalischen Qualitäten der SABA Greencone Chassis hatte Herr F. schon vor langer Zeit für sich entdeckt.
÷ Bild groß ÷ Gestern kam er zu mir, um seine SABA Greencone-Adaption und seine Elektronik mit einer typischen Kette von mir zu vergleichen. Herr F. hatte auch noch einen selbst entworfenen kleinen CD-Ständer dabei, der aus Edelstahl-Stangen und Bakelit-Multiplex-Platten gemacht war. Seine formvollendeten Entwürfe gefallen mir immer sehr gut. Leider habe ich von dem CD-Ständer kein Foto auf- genommen.
÷ Bild groß ÷
Seine SABA Greencone-Lautsprecher, mit denen er zuhause hört, sind minimalistische L-förmige Schallwände aus Schalplatten. Die Standflächen sind mit Betonquadern beschwert, die etwa 20 Kilo wiegen.
÷ Bild groß ÷ Sein Verstärker ist ein alter KLEIN+HUMMEL Telewatt VS56. Das war schon ein Traumgerät für mich als ich in den Sechzigerjahren noch die Schulbank drückte. Im Musikzimmer unseres Internats im Schwarzwald stand damals ein baugleicher SABA-Telewatt im Phono-Schrank. Es ist ein besonders schönes Beispiel traditioneller deutscher Qualitätsarbeit. Das gepflegte Exemplar von Herrn F. war kürzlich von Hans-Peter Völpel fachmännisch revidiert worden. Die Sony Playstation, die auf dem Bild weiter oben auf dem Boden neben Herrn F. steht, konnten wir aus Zeitgründen leider nicht mehr anhören.
÷ Bild groß ÷ Besonders interessant war auch noch ein anderes 'Mitbringsel' - ein Tonarm aus den Fünfzigerjahren von einem amerikanischen Konstrukteur. Dieser Tonarm, zu dem Herr F. auch noch ausführliche handschriftliche Berechnungs- und Konstruktions- Unterlagen besitzt, weist einige clevere Detaillösungen auf. Mein 'Mono-Universalentzerrer' im Bildhintergrund dient auf dem Foto übrigens nur als schmückendes Beiwerk.
÷ Bild groß ÷ Für uns ein interessantes Studienobjekt, da wir uns nebenbei Gedanken darüber machen, wie man wohl einen ausgefallenen eigenen Tonarm konstruieren könnte. Die Schilderung der Ergebnisse unserer Hörsitzung habe ich Herrn F. überlassen. Er war so nett, mir folgenden Kommentar zu mailen: "Das war gestern ein sehr netter und aufschlussreicher Nachmittag. Wir hatten es endlich mal geschafft, meine ursprünglich als Studie gedachten Einfachst-Gehäuse für einen gemeinsamen Hör- nachmittag aufzubauen. Wie viel kann man weglassen, um mit den SABA-Greencones Musik zu hören? So viel, wie ich es getan habe, nur, wenn sie nicht neben den Reso-Gehäusen spielen. Dann kann man vor allem hören, welch wunderbare Lautsprecher Herr LeBong entwickelt hat. Meine simplen Konstruktionen ließen zwar alle bekannten Qualitäten der Greencones hören, klangen aber dünn, und stellenweise im Hochtonbereich nervig. Da kann der Telewatt mit seiner Tendenz zur Weichzeichnung zwar etwas helfen, vor allem im Vergleich zu Herrn LeBongs 1626/SE Triodenverstärker klang es aber, als ob ein Tuch über den Lautsprechern läge. Zum Teil lag es sicherlich auch an der komplett freien Aufstellung im großen Wohnzimmer. Bei mir zuhause stehen die Boxen diagonal vor den Raumecken und klingen dadurch homogener. Wenn's ein Fazit aus unserer Hörsession gibt: So puristisch wie meine Lautsprecher gedacht und gebaut sind, klingen sie auch. Wenn man aber hören will, was diese Chassis wirklich können, muss man sicherlich mehr Aufwand betreiben, oder einfach mal Johannes LeBong besuchen. Herzliche Grüße und bis bald Andreas F." 24. - 25. Juni 2006: Ab in die Sommerfrische! Laut Wetterbericht war ziemlich sicher, dass uns in Karlsruhe ein unerträglich schwülheißes Wochenende bevorgestanden hätte. Da sucht man nach Auswegen, wünscht sich in frische Höhenluft. Bei der Suche nach Eingebungen, wo man wohl hinfahren könnte, fiel mir die Geschichte 'Kunst am Berg' wieder ein, die ich vor ein paar Tagen im Feuilleton der 'ZEIT' gelesen hatte. Sie erzählt von wahrhaft revolutionären Veränderungen in St. Georgen. Manche Audiofreunde wissen vielleicht noch, dass die DUAL- und PE-Plattenspieler früher dort hergestellt wurden. Es gab und gibt aber noch andere bedeutende Unternehmen in diesem Städtchen: GRÄSSLIN, PABST... Zurück zum ZEIT-Artikel: "Die Familie Grässlin eröffnet in Sankt Georgen im Schwarzwald einen Kunstraum – und verteilt ihre gesammelten Plastiken und Installationen über den Ort. Das internationale Publikum staunt, das lokale auch."
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Das Aufmacherfoto im Feuilleton ist ein Familienportrait der Grässlins. Man sieht einige Personen recht formell auf einem ziemlich 'unordentlichen', knallbunten Diwan sitzen der mitten im Schmutz einer Baustelle steht. Der besagte Diwan stammt von dem österreichischen Künstler Franz West und ist beileibe kein gewöhnliches Sofa sondern ein Kunstobjekt. Warum mir das sofort auffiel? Meine Frau und ich hatten uns erst vor ein paar Tagen im Museum für Angewandte Kunst in Wien auf einem tupfengleichen Sitzmöbel ausgeruht. So etwas steigert natürlich meine Neugier auf die Zusammenhänge. Wie schön, dass es im südlichen Schwarzwald immer ein paar Grade kühler ist als bei uns. Also Zahnbürste eingepackt, Rollläden heruntergelassen und los in den frühen Morgen Richtung 'Kunst am Berg'.
Den Reisebericht mit Bildern gibt es hier auf einer eigenen Seite. Bitte hier weiterlesen: ÷ Eindrücke von der Sammlung Grässlin ÷ 21. Juni 2006: Dieses schöne Stillleben mit gleich zwei Verdier- Laufwerken hat Thomas Schick bei einem Schweizer Sammler aufgenommen. Ist das nicht ein herrlicher Anblick?
÷ Bild groß ÷ Auf dem linken Deck ist der einfache Arm von Thomas montiert, rechts der vergleichsweise komplizierte tangentiale 'Uhrmacher-' Drehtonarm von Thales.
÷ Bild groß ÷ Es soll einmal eine Zeit gegeben haben, wo einige Zahnärzte und Anwälte ihre luxuriösen Plattenspieler wieder dringend loswerden wollten, weil sie auf CD umstiegen. Leider vorbei heute, die Preise für bestimmte Vintage-Laufwerke ziehen weiter an. . Juni 2006: Ich wollte schon immer mal einen Plattenspieler selbst gestalten indem ich einige idealtypische Grundformen von alten Rundfunk-Studioplattenspielern aufgreife und auf meine Weise neu interpretiere. Hier ist so ein Beispiel von einem Klassiker der mir besonders gut gefällt. Das Telefunken Studiolaufwerk PS 80 Baujahr 1975.
Das nächste Bild zeigt meinen aktuellen Eigenbau. Es ist für mich eine Art Designstudie. Ein Versuch einer konsequenten formalen und technischen Abstraktion.
÷ Bild groß ÷ Thomas Schick aus Berlin kam heute zu mir und hatte den heiß ersehnten Schick-Tonarm, den er selbst gebaut hat, im Gepäck. Sein Arm war von ihm zwischenzeitlich nochmals überarbeitet und verbessert worden.
Als Pickup habe ich in diesen 12-Zöller ein DENON DL-103 eingebaut. Die Tonabnehmerkapsel ist eine Eigenkonstruktion von mir. Es ist ein stabiles SME-Headshell aus Aluguss, dem ich eine schnittige 'Alukarosserie' verpasst habe. Die Haube mit der roten Peilmarke auf der Front ist aus ganz dünnem Alublech und war ehemals von Dieter Rams für BRAUN kreiert worden. Als Laufwerk verwende ich die Mechanikteile eines alten THORENS TD-150. Die großzügige Konsole ist aus Multiplexplatten gefräst, die oben mit Bakelit beschichtet sind. Einige Flächen sind mit dunkelgrauem Hammerschlaglack gespritzt. Hier kommen noch ein paar 'men at work' Fotos:
Mein Freund und audiophiler Hausarzt Jürgen schaute auch noch bei uns herein und guckte Thomas neugierig auf die Finger.
Ich kann nur sagen, alles läuft nach Plan und es wird ein cooles Gerät.
Well done! Meine liebe Andrea hatte für uns italienisch gekocht, während wir Männer schraubten und hörten. Normalerweise helfe ich ja gerne beim Kochen mit! Gegen Abend gab es dann noch einen Abschiedstrunk am Gutenbergplatz, der in unserem Viertel liegt. Ansonsten muss ich mich heute kurz fassen - es gibt noch viel zu tun.
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