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1. Februar 2012: Vergebliche Liebesmüh

Fortschritte bei meinen audiophilen Eigenkreationen sind schon eine Weile nicht mehr zu bemerken: Weder gelang mir ein Lautsprecher der mir mehr Freude gemacht hätte als die Reso|Beta, noch ein Verstärker mit schöneren Klangfarben als mein Darling, und mein altgedienter CD-Player wurde auch noch von keinem DAC übertroffen.

Nicht mal meine Plattenspieler vermag ich noch entscheidend zu verbessern. Schließlich hat sich kürzlich einer von ihnen - coram publico - gegen ein dutzend geradezu legendärer Dreher nach vorne gespielt.

Die letzte Enttäuschung habe ich mir gerade selber mit den beiden Schaltnetzteilen eingebrockt, mit denen ich die Heizung meiner 211er Röhren technisch eleganter gestalten wollte: Sie erwiesen sich als zu knapp dimensioniert.

Offenbar ist der Einschaltstrom der Röhre zuviel für den Regler, der erstmal einknickt. Die Lampe flackert und schaukelt sich hoch, bevor sie konstant leuchtet - so gefällt mir das nicht. Ich könnte mir zwar noch eine Einschaltstrombegrenzung überlegen, aber irgendwo hört dann doch der Spaß für mich auf.

Also alles wieder zurückgebaut - und so bleibt es jetzt auch! Am S/N-Ratio meiner 211er gab's ja auch vorher nichts zu meckern.


30. Januar 2012: Ready to use

Die beiden Schaltnetzteile, die ich für die neue Heizstromversorgung meiner 211er Verstärker verwenden will, kann ich wohl ohne Modifikation einsetzen, wovon ich eigentlich nicht ausgegangen war.

Industrie-Netzteile für nominell 10 Volt  gibt es von diesem Hersteller nämlich nicht, aber die 12 Volt Version hat einen erfreulich großen Einstellbereich, der sogar bis 10,3 Volt herunter reicht, wie die Messung unter Last ergab. Die Heizspannung der Röhre 211 ist mit 10 V angegeben, 3% mehr liegt noch im zulässigen Toleranzbereich.


30. Januar 2012: Für unser privates Hauskonzert Anfang März wollen noch einige Vorbereitungen getroffen werden. Am Mittwoch besucht mich der japanische Komponist und Tonkünstler Chikashi Miyama, der zusammen mit der Perkussionistin Rie Watanabe den Abend mit Perkussion, Performance und elektronischer Tonkunst gestalten wird.

Siehe auch: ext link icon chikashi.net

Foto: Bildzitat Herstellerseite RME

Er wird ein RME Computer-Audiointerface dabei haben, mit acht Analogausgängen, an die meine Röhrenverstärker angeschlossen werden sollen. Ich hoffe, das bekommen wir geregelt, ohne Brummen durch Erdschleifen.


30. Januar 2012: Das Schlagzeugkonzert im alten Saal der Hochschule für Musik war am letzten Samstag sehr gut besucht. So viele Gesichter aus der japanischen Community, Freunde und Bekannte haben wir an diesem Ort selten gesehen.

Shinichi Minami, aus der Klasse von Prof. Isao Nakamura, der an diesem Nachmittag im Rahmen seines Solistenexamens anspruchsvolle Stücke vortrug, hat offenbar viele Sympathisanten, zu denen meine Frau und ich uns gerne dazuzählen. Wir sind ihm schon öfter begegnet. Das Programm war, wie meistens bei solchen Konzerten, sehr spannend. Gespielt wurden Werke von Lachenmann, Druckmann und Xenakis, darunter unsere absoluten Lieblingsstücke Rebonds A und Rebonds B. Wir verließen den Saal mit beschwingter Laune - einfach toll!


29. Januar 2012: Ein letzter Blick auf die urigen Kästen, bevor sie im Keller verschwinden. Zu Ende dekliniert ist das Thema Greencone indes noch lange nicht, nur liegen mir gerade andere Sachen näher.


27. Januar 2012: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Im Doppel eingesetzt, in Stereo, spielen die Multi-Greencone-Kästen leider nicht so toll, wie ich es mir ausgemalt hatte. Das Klangbild wird bei dieser Anordnung verschwommen und instabil. So ein Ergebnis wäre weder bei einem Treffen der Audioclique präsentabel, noch woanders. Plötzlich beschleicht mich das ungute Gefühl, ich besitze zu viele Greencones und möchte sie wieder loswerden.

Im Monobetrieb ist es witzigerweise umgekehrt, da kommt mit einer singulären Box ein wunderbar fülliger Raumklang zustande. Fazit: schon gelungen, aber doch am Ziel vorbei.

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Kommentar 27. Januar 2012:
von Dr. Goetz Wilimzig

"lieber herr lebong,

wenn sie mehrere chassis für stereo einsetzen wollen, gibt es wohl nur eine anordnung, die (einigermassen, muss ich betonen) erfolg verspricht: alle chassis so eng wie möglich streng vertikal angeordnet. versuchen sie eine offene schallwand, 55 breit und 142 hoch, und darauf vier 20er (für 5 ohm verschaltet) und einen hochtöner. vielleicht probieren sie es damit mal?

auch wenn der erste anlauf nicht ganz perfekt geklappt hat, möchte ich ihnen doch zu ihrer tatkraft gratulieren: wer nichts wagt, kann auch nichts gewinnen! in diesem sinne wünsche ich ihnen viel glück beim nächsten versuch!

musikalische grüsse
gw= "

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Antwort 27. Januar 2012:

Lieber Herr Dr. Wilimzig

über Ihren netten Kommentar habe ich mich ganz besonders gefreut, sind doch gerade Sie ,der' Anstifter, wenn es darum geht, sich mit hochempfindlichen Audiosystemen zu beschäftigen. Seitdem ich vor vielen Jahren Ihr Buch gelesen habe, hat für mich der Hörspaß noch mal richtig zugelegt und gewöhnlicher HiFi-Konsum ist für mich vollkommen erledigt.

Mein Versuch, mit den originalen SABA-Freiburg Radiogehäusen einen womöglich authentischen Radioklang aufleben zu lassen, fiel insofern aus dem Rahmen, als ich mich letztlich doch lieber um echte Fullrange-Lautsprecher kümmere, die potentiell ein klar gezeichnetes und kohärentes Klangbild vermitteln.

Die Array-Geschichte werde ich wohl nicht weiter verfolgen.

Mit freundlichen Grüßen, Johannes LeBong


23. Januar 2012: Fortsetzung

... oder die 211 vielleicht? Oh weh, da fällt mir ein, an den 211ern wollte ich ja auch noch eine Kleinigkeit machen.

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Die Bestellung für zwei Schaltnetzteile ging gerade raus. Diese sollen zukünftig den 211er Röhren einheizen. Damit noch mehr Ruhe in den Klang kommt. Den Tipp habe ich netterweise von Christof Kraus von SILVERCORE bekommen. Diese Mini-Netzteile hatte ich auf seinem Tisch beim European Triode Festival gesehen.

Foto von der Herstellerseite


22. Januar 2012: SABA Sound Heritage System - Update

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Eine Hälfte des neuen Systems ist schon am Laufen. Der andere Stereo-Lautsprecher muss noch gebaut werden. Nach dem ersten flüchtigen Eindruck wirkt der Klang angenehm und ausgeglichen, obwohl noch gar nichts optimiert ist und die Kiste im Monobetrieb läuft. Das wird was! Der Hörspaß ist da! Am Ende werden in den zwei Kästen insgesamt 10 Greencones werkeln - gute Voraussetzungen für eine höhere Dynamik: die Empfindlichkeit nimmt ja einerseits zu, während andererseits auch die elektrische Belastbarkeit anwächst - eine Chance für die 300B-Monos vielleicht...


21. Januar 2012: Anschlussmatrix für 5 Greencones

Noch mal rekapituliert: in einem SABA-Freiburg sind insgesamt fünf Greencones mit jeweils 5 Ohm Impedanz verbaut. Schaltet man das Radio auf Mono, arbeitet die Endstufe mit zwei EL84 Endröhren im Gegentaktbetrieb. Es sind zwei Ausgangsübertrager vorhanden, die zu diesem Zweck symmetrisch zusammengeschaltet werden. Hierbei beträgt die Ausgangsimpedanz extrem niedrige 1,2 Ohm und alle 5 Lautsprecher arbeiten parallel. Der Tweeter ist dabei über einen 10 µF Kondensator angekoppelt.

Im Stereobetrieb hat man es dagegen mit mit einer Eintakt-Topologie zu tun. Die Ausgangsübertrager werden umgeschaltet, wobei sich nun pro Stereokanal eine Ausgangsimpedanz von 2,5 Ohm ergibt. Das passt dann optimal für je ein Lautsprecherpaar. Der Hochtöner wird in dieser Betriebsart einfach abgeklemmt.

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Für mein Vorhaben, alle fünf Lautsprecher miteinander an einem meiner Pentoden-Eintaktverstärker zu betreiben, habe ich mir die obige Schaltungsmatrix ausgedacht.

Mein Ausgangsübertrager mit nominell 8 Ohm Impedanz sekundär hat zufällig noch eine unspezifizierte Mittelanzapfung, die auf einen Lötstützpunkt herausgeführt ist. Wie sich herausstellte, liegt hier exakt die halbe Windungszahl an. Gegen die beiden anderen Anschlüsse sind's hier also 2 Ohm ( Z~n² ). Zwischen Null und Mittelanzapfung sind Ausgangsimpedanz, Ausgangsspannung und Strom darum gleich, wie vom Mittelpunkt zum 8 Ohm Anschluss.

Diesen Zufall will ich nutzen und hoffe damit einen ungefähr passenden Match meiner fünf Greencones hinzubekommen.


Januar 2012: Greencone drivers under test

Bevor die Chassis eingebaut werden, schaue ich sie einzeln durch. Stimmt der ohmsche Widerstand? Klingen Sinustöne vom Funktionsgenerator sauber? Sind die Membranen noch straff, hat das Papier unter Feuchtigkeit gelitten, oder ist das alte Material sonst wie verschlissen? Bei so altem Zeug ist das Glückssache.

Auf den ersten Blick sehen alle Chassis ganz brauchbar aus. Nur die Membranen der beiden Hochtöner gefallen mir nicht, sie fühlen sich etwas rauh und sehr weich und nachgiebig an. Eventuell werde ich später doch lieber runde Bakelit-Hochtöner aus meiner Sammlung einsetzen, die besser in Schuss sind.


18. Januar 2012: Sound Heritage

Umbau des SABA-Radiogehäuses zur passiven Lautsprecherbox

Das SABA-Freiburg Gehäuse ist extrem leicht gebaut, verglichen mit heutigen Lautsprechern; die Schallwand besteht aus einer dünnen Hartfaserplatte, die lediglich durch 5 Holzschrauben oben und an den Seiten mit dem Rahmen verbunden ist.

So war's mir dann doch zu instabil. Nun stütze ich die Frontplatte durch ein eingeleimtes Brett gegen den hinteren Rand des Gehäuses ab. Unterhalb des Lautsprecherträgers schließt eine Blende aus Sperrholz die Vorderseite der Box.


17. Januar 2012: Der moderne Einkauf

Neulich brannte bei meiner kleinen Tischlampe namens JAZZ ein Halogenbirnchen durch, nach gut zwanzig Jahren.

Sollte eigentlich kein Problem sein, ein Birnchen zu kaufen, dachte ich mir - ich brauche genau 1.

KODI st der nächstliegende Billigheimer bei uns in der Straße, dort gibt es solche Birnchen im Sechserpack für zwei Euro. Theoretisch würde diese Anzahl bei mir für weitere hundertzwanzig Jahre reichen.

Als ich darauf hin im BAUHAUS schaute, fand ich dort nach einiger Sucherei die Haken, an denen aufwändig gestylte Sichtverpackungen von OSRAM mit einzelnen Birnchen hängen. Ein Birnchen kostet 3,89 Euro, die benötigte Stärke war jedoch vergriffen. Mir schien die Verpackung bald teurer als der Inhalt zu sein. Inzwischen hatte sich ein Berater der Firma OSRAM an mich herangemacht und wollte mir noch teurere LED-Lämpchen aufschwatzen.


16. Januar 2012: SABA Sound Heritage

Der Arbeitstitel 'Sound Heritage' unter dem das erwähnte Experiment nunmehr eine konkretere Form annimmt, geht auf die Idee eines Freundes zurück, der über eine vergangene Lautsprecher-Generation nachsann, an der man exemplarisch den historischen Übergang von 'Wohlklang' zu 'HiFi' festmachen kann. Als älteres Semester mit einschlägigem Interesse, erinnert man sich heute gern wieder an besonders schöne, vergangene Lautsprecherklänge. Ob man dieses spezielle Wohlklang-Moment neuerlich zelebrieren kann, oder ob es nur eine romantische Erinnerung bleibt?

Photo Credit: Martin Fehrle

Das wird sich noch weisen. Zunächst werde ich die beiden Freiburgs zerlegen und reinigen.  Als ich sie bekam, waren sie nicht ganz komplett im Originalzustand, sondern schon etwas 'bebastelt' (Ich schreibe bewusst nicht 'verbastelt', denn ich hätte sie durchaus wieder instand setzen können)

Mir war's recht, weil ich sie verhältnismäßig günstig erstehen konnte. Die Elektronikchassis brauche ich ja sowieso nicht, da ich die Lautsprecher mit meiner eigenen, externen Röhrenelektronik ansteuern will. Wenn jemand Ersatzteile vom SABA-Freiburg Chassis benötigt, für eine Restauration beispielsweise, kann er diese nach Rücksprache gern bei mir abholen. Die Röhren aus dem NF-Teil, Ausgangstrafos, Drosseln und Netztrafos kann ich evtl. für den Verstärkerbau selber gebrauchen.

Dann werde ich die Lautsprecher einzeln prüfen. Als nächstes werde ich vorne auf den Kasten eine provisorische Schallwand bündig aufsetzen, die Lautsprecher wieder einbauen, und laufen lassen. Möglicherweise im Bi-Amping-Betrieb oder sogar mehrkanalig via aktive Frequenzweiche; letzteres aber nur, falls ich mit einer Serien-Parallel-Schaltung der zwei mal fünf Greencones nicht klarkomme, vom Impedanzverlauf her.

Erst wenn alles nach Plan funktioniert und sich mit diesem Kasten ein wirklich guter Klang erzielen lässt, denke ich über ein schöneres Äußeres nach, unter Beibehaltung der Proportionen.


14. Januar 2012: Glück gehabt, das Radioklang-Projekt* kann laufen. Es lässt sich besser an, als ich dachte. Gerade wurden mir zwei SABA-Freiburg übereignet, mit opulenter Greencone Ausstattung.

Photo Credit: Martin Fehrle

Etwas Kopfzerbrechen bereitet mir derzeit noch die Frage, wie ich diese Lautsprecher geschickt miteinander verschalte. Jedes dieser Chassis hat 5 Ohm Impedanz, wobei der ovale Hochtöner über einen Kondensator angekoppelt ist. Zur Anpassung an Ausgangsübertrager mit 4 Ohm sekundär, kommt also nur eine Serien-Parallel-Schaltung infrage. Hätte man es mit exakt gleichen Lautsprechern zu tun, wäre die paarweise Reihenschaltung von Bass- und Mittel-Tönern unproblematisch. Hier ist es leider so, dass die fünf Lautsprecher allesamt etwas voneinander verschieden sind. Man machte das, damit sich ihre Resonanzfrequenzen nicht überschneiden.

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Als ich die Radiogeräte bei einem hiesigen DIY-Kollegen abholte, gab's beiläufig noch sehr schöne Lautsprecher zu bewundern: fette Koaxe Marke UNIVERSITY, Dreiwege-Systeme mit 38 cm Bässen.

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Was für imposante Riesen-Trümmer das sind, wird besonders in der Rückansicht deutlich. Und der Klang? Gesangsstimmen klingen mit diesem Lautsprecher nach meinem ersten Eindruck überzeugend. Ansonsten würde ich von einem rustikal angehauchten PA-Klang mit nicht allzu viel Tiefgang sprechen. Auch für die kurze Hörgelegenheit kann ich mich nur bedanken, denn solchen Lautsprechern begegnet man nicht alle Tage!


11. Januar 2012: Nachtrag zum 10. Januar: Ein paar Defizite dieses NoName-Breitbänders habe ich erst nach längeren Hören bemerkt, zunächst erschien mir sein Sound ja ganz passabel.  Bei Pop, Jazz und Kammer gibt es auch nichts zu meckern und man könnte damit leben. Erst bei komplexerem Programmmaterial knickt das Chassis ein.  Geht's um Klassik, beispielsweise um Gesang, der sich klar und deutlich vom großorchestralen Hintergrund abheben soll, so versteht man den Liedtext nur noch mit Anstrengung - ein Defizit, das mittelmäßigen Breitbändern häufig anhängt. Genau in dieser Hinsicht können sich aber wirklich gute Modelle profilieren, indem sie auch solches Material gut auflösen.

Zudem erlebte ich die Richtcharakteristik der Doppelkonus-Membran als unterdurchschnittlich: sobald man sich aus dem Sweet-Spot herausbewegt, bemerkt man krasse Einbrüche, Überbetonungen und Schwebungen.

Damit beende ich den Versuch.


10. Januar 2012: Aschenbrödel - das wäre ein guter Name für diesen schlichten Lautsprecher. Keine Ahnung, wo er auf die Welt kam und wie alt er ist. Könnte im Japan der Siebzigerjahre gewesen sein.

Das Chassis mit 20cm Durchmesser hat indes ein paar Merkmale, die mir sofort ins Auge fielen: die dünne Papiermembran, das kleine Kaliber des Polkerns, der ebenso zierliche Hochtonkegel und der schwache Magnet auf der Rückseite ließen mich vermuten, es könnte in meinen Reso|Beta-Gehäusen gut funktionieren.

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Diese Vermutung hat sich bestätigt. Die alten Industrie-Chassis, die aus einer Beschallungsanlage ausgebaut wurden, könnten manchem bekannten Edelbreitbänder die Show stehlen, so schön spielen sie.

Unglaublich! Ganz wie das Aschenbrödel im Märchen. Es ist aber kein Märchen: der Bass reicht recht tief, viel tiefer als beim BEYMA 8AGN beispielsweise. Der Klang ist relativ sauber und tonal ausgeglichen, mit ausreichend Höhen die nicht so scharf prononciert sind, wie beispielsweise beim Philips 9710M, der ja bekanntermaßen zu den besten 20cm Breitbändern ever zählt.

Für ein kleines Intermezzo dürfen sie bleiben. In den nächsten Tagen will ich mich wieder den Greencones zuwenden. Ich möchte dem grünen 20er nachträglich einen selbst gebastelten Hochtonkonus verpassen. Komme ich so meinem Ideal näher?


8. Januar 2012: 300B SE Upgrade - im Rahmen der Systempflege. Wollte ich eigentlich schon immer mal machen.

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Als ich meine ersten 300B Monoblöcke baute, hatte ich keine vernünftige Gleichstromheizung für die Endröhre eingeplant. Ich wäre damals auch zu skrupulös gewesen, industrielle Schaltnetzteile einzusetzen. Das sehe ich heute anders und verwende ungeniert auch moderne Elektronik in der Röhrenperipherie, wenn's nützt. Zwar ist auch an meinen frühen Verstärkern keinerlei Brummen hörbar, es schadet aber nichts, wenn der Ripple auf der Heizspannung noch weniger wird.

Die beiden Mini-Schaltnetzteile von Pollin können 5 Volt und 2 Ampere. Bevor ich sie einbaue, werde ich sie eine Weile an einer Dummy-Load laufen lassen, um die Betriebssicherheit zu testen. Dann müssen sie auch noch geschirmt werden.


8. Januar 2012: Planspiel oder Spielplan - ich weiß selbst noch nicht, ob überhaupt etwas daraus wird. Angeregt durch den Besuch bei Herrn Fehrle, kam mir spontan die Idee für folgende Audio-Installation:

Ich denke dabei an zwei große SABA-Radiogeräte, ohne Röhren-Chassis darin, ohne Skalenteil, Tasten und Knöpfe. Die entstehende Öffnung an den Fronten würde ich mit einer Blende verschließen, nachdem ich die genannten Innereien entfernt habe. Die alten Gehäuse hätten also nur noch die Funktion von Boxen mit den Radiolautsprechern darin. Als Verstärker würde ich meinen Heinzelmann einsetzen, an einer digitalen Tonquelle.

Zu diesem Zweck müssten zwei schöne SABA-Radios aus der Ära der Greencones aufgetrieben werden, die jeweils mindestens 4 oder 5 Lautsprecherchassis enthalten - je mehr desto besser. Es müssen zwei typengleiche Geräte sein, damit Stereo-Symmetrie gegeben ist. Ich hoffe optimistischerweise jemanden zu finden, der zwei solcher Radios entbehren kann. Angebote von netten Menschen aus dem Leserkreis sind willkommen!

Der Spaß darf natürlich nicht zu teuer werden - auch an dieser Hürde könnte ich noch scheitern. Und wozu überhaupt das Ganze?

Einmal bin ich davon überzeugt, dass so eine Zusammenstellung den klanglichen Charme der Röhrenradio Epoche vermittelt, so wie ich es in meiner vorigen Notiz beschrieben hatte.

Zum anderen - und das ist der eigentliche Anstoß für diese Idee -  möchte ich zum diesjährigen European Triode Festival halbwegs originelle Sachen mitbringen. Ich fände es ziemlich langweilig, dort etwa mit konventionellen Lautsprechern anzurücken. So ein Radiolautsprecher-Aufbau wäre übrigens auch ein schöner Aufhänger für einen 'Audio-Herrenabend' der Karlsruher Clique.


6. Januar 2012: Unlängst lernte ich einen netten Nachbarn kennen, der ebenfalls die SABA-Greencones schätzt. Herr Fehrle war unter diesem Stichwort im Internet auf meine Notizen gestoßen, bemerkte, dass wir in der gleichen Straße wohnen und schrieb mir darauf hin eine Mail:

"...Die SABA Lautsprecher kenne ich schon seit sehr vielen Jahren und Boxen mit diesen Lautsprechern habe ich ebenfalls bereits vor gut 30 Jahren gebastelt. Gerade eben bastle ich wieder eine Box für meine Küche. Wobei ich auf guten Klang Wert lege und schon lange weiß, was die SABAs können. Allerdings habe ich mich bis heute mit gutem Klang zufrieden gegeben, ohne auf absolute Perfektion Wert zu legen... ...Viele Jahre hatte ich eine große Sammlung von SABA Röhrenradios, davon sind allerdings nur noch 10 übrig geblieben..."

Besuch und Gegenbesuch boten sich also direkt an. Und ich muss sagen: was ich bei ihm sah und hörte war für mich ziemlich interessant! Bei ihm werden alte SABA-Röhrenradios und der legendäre Röhrenradioklang auf hohem Niveau gehegt und gepflegt.

Fotos: Martin Fehrle

In der geschmackvoll mit Antiquitäten, modernen Designklassikern und  Kunstgegenständen eingerichteten Altbau-Wohnung, sind in allen Räumen seine selbstgebauten Lautsprecher präsent. Die SABA-Chassis darin muss man in Dutzenden zählen. Sein Arbeitszimmer schmücken vier alte Röhrenradios der Oberklasse in einem maßgeschneiderten weißen Regal; es sind die schönsten Modelle einer ehemals größeren Sammlung. Daneben gibt es im Hause selbstverständlich auch noch AV-Gerät nach dem heutigen Stand von Technik und Design.

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Obwohl Ingenieur von Beruf, baut der Hausherr ganz schlichte, offene Kästen für seine Lautsprecher, es zählt nur der Inhalt.  Übrigens bietet sich ein ähnliches Bild, wenn man einen klassischen Großsuper hinten aufmacht: Man findet darin oft fünf oder mehr Lautsprecher in verschiedenen Durchmessern und Formen, dabei solche, die sich nur durch die Magneten unterscheiden. Auch an den Seiten sind Treiber montiert. Hier sind es halt noch ein paar mehr und sie strahlen bei manchen dieser Fehrle-Boxen auch nach oben ab. Prof. Amar G. Bose hatte uns schließlich vor langer Zeit mit seinem 'Direct-Reflecting-Prinzip' so etwas ähnliches vorgemacht.

Nun zur Pointe: wenn mehrere dieser Boxen seriell verschaltet an einem Vintage DUAL-Verstärker und einem kleinen Netbook spielen, lebt in der Wohnung ein sagenhafter Wohlklang auf; man meint die großbürgerliche Musiktruhe wieder zu hören, nur noch präsenter und feiner, abzüglich Brummen und Rauschen.

Das ist eine eigene Kategorie, die mit dem heutigen High-End-HiFi aber auch so-was-von-gar-nichts am Hut hat!


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