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4. März 2010: Kaum Lebenszeichen hier - zugegeben! Aber man hat ja auch nicht immer Zeit und Lust etwas zu bloggen. Was tut sich hinter den Kulissen? Da baue ich gerade diverse Exemplare meiner Lautsprecher und Röhrenverstärker in unserer Wohnung auf, in verschiedenen Zimmern und Nischen wo sonst keine stehen.

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Hier zum Beispiel die 300B Röhren an Greencones im Flur vor der Küche. Das sind technische Vorbereitungen für unser bevor- stehendes Hauskonzert mit elektronischer Musik aus multiplen Lautsprecheranlagen.

Siehe auch ÷ Neues aus der Musikwerkstatt ÷

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Im Musikzimmer meiner Frau kommen voraussichtlich die EL8|SE Tetrodenverstärker 'Heinzelmann' an den Beyma 8AGN Breitbändern zum Einsatz.

Nicht zuletzt noch eine andere Zusammenstellung mit 211er Befeue- rung, in einem weiteren Raum. Bei dieser Anlage wird das Tonsignal unter tausend Volt Hochspannung gesetzt, bevor es über 50 Jahre alte Philips Breitbandlautsprecher erschallt.

Die vierte Anlage ist unser üblicher Haus-Standard mit Reso|Beta Lautsprechern an 1626er Röhre. Sie steht wie immer im Wohn- zimmer.


18. Februar 2010: Genug Schnee, Matsch, Schnief und Fröstel. Der Winter geht mir langsam auf den Geist. Diesjahr kann ich den Frühling kaum erwarten.

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Schön find' ich es nur auf der Höhe, wie hier beim Batzenhof unweit von Karlsruhe.


11. Februar 2010: Wir gratulieren und wir freuen uns!

Für die Pianistin Ai Aoki und den Sänger Tibor Brouwer waren die Stücke von Brahms, Duparc, Mahler und Wolf ein wichtiger Reper- toirenachweis in den Solistenexamina.

Für uns Zuhörer aus dem Freundeskreis war es wieder einmal ein wunderbares Konzert auf hohem künstlerischen Niveau im Schloss Gottesaue. Wir genossen die Früchte unermüdlichen Studierens und Übens.

Wie wir erfahren haben, hat Ai das Examen mit Auszeichnung be- standen. Wir gratulieren sehr herzlich und freuen uns mit ihr!

Überhaupt finden wir es ganz enorm, welch schönen Kulturbeitrag die vielen Musiker aus Japan und anderen asiatischen Ländern bei uns einbringen. Das bleibt nicht unbeachtet. So wurde die Professorin Mitsuko Shirai, die übrigens auch Ai Aoki und andere japanische Freunde von uns unterrichtete, kürzlich mit dem Bundesverdienst- kreuz ausgezeichnet.

Näheres dazu im ext link icon pamina-magazin.de/...


3. Februar 2010: Leben und Sterben im Audio-Blätterwald - ein Nachruf auf die französische Audiozeitschrift 'Revue du Son'. Sie wurde immerhin siebenundfünfzig!

Nur die französische Elektronikzeitschrift 'Le Haut Parleur' wurde noch älter. Sie erschien von 1925 bis 1998. Die deutsche 'Funkschau', die etwa zeitgleich als Blatt für technisch interessierte Rundfunkhörer gestar- tet war, möchte ich an de Stelle auch noch erwähnen. Sie wandelte sich ab den späten 1940ern zu einer Publikation für den Radio- und Fernsehfachhandel und war Pflichtlektüre für Servicekräfte und Elektronik- bastler. Ich las sie seit meiner Schulzeit.

Vor ein paar Tagen im Januar kam nun eine letzte Ausgabe der Revue du Son & du Home Cinema heraus - ein Sammlerheft mit einem retrospektiven Charakter, aus dem ich den folgenden Textabschnitt zitieren darf:

Quelle: NRDS Januar 2010, Foto vom Heft 1: Philippe Vibaud

Angefangen hatte bei der RDS alles mit dem Thema Tonfilm als Publikumsmedium und den damit verbundenen Bemühungen um hoch qualitative elektroakustische Tonwiedergabe. Im Stil einer klassischen Fachzeitschrift ging es darüber hinaus um Radiotechnik, Phono-, Stereophonie- und HiFi-Komponenten, mit deren Popularität und 'Vulgarisation' im Zeitraum von 1970 bis 1990 auch die Auflagen- rekorde der Nouvelle Revue du Son erzielt wurden.

Die fruchtbarste Phase für einen harten Kern von HiFi-Freunden und Tüftlern, waren sicher von 1977 an die Specials namens 'L'Audiophile'.

Sie haben eine ganze Schule be- gründet, mit dem Spiritus Rektor Jean Hiraga.

Ich freue mich, im Besitz eines lückenlosen Archivs dieser Editio- nen bis 1995 zu sein.

Abb.: Eigener Scan der Erstaus- gabe des Magazins.

Die moderne, digitale, mehrkanalige Heimkinotechnik der man sich zum Schluss zuwandte, steht zwar thematisch in Bezug zu den Anfängen, markiert aber gleichzeitig den Rückgang der Leserschaft, die sich wohl weniger für technische Einzelheiten interessiert, bzw. diese auch nicht mehr vom Verständnis her durchdringt.

Gedruckte Schaufenster zum Markt mit Produktbeschreibungen braucht ja heute eigentlich kein Mensch mehr, denn alles was es gibt, fischt Google bei Bedarf direkt aus dem Netz.

Der ambitionierte Audio-Amateur, der den Dingen gern auf den Grund geht, hat heute nur noch wenig Auswahl an Fachzeitschriften, die diese Bezeichnung auch wirklich verdienen. Ich kenne in diesem Segment eigentlich nur noch die japanische MJ 'Musen to Jikken'.

Leider liegt sie nicht in elektronisch lesbarer Form vor, was eine auto- matische Übersetzung ermöglichen würde. Sie enthält jedoch viele brauchbare Illustrationen, Tabellen und Schaubilder, mit denen man als Techniker gut zurechtkommt.

Quelle: Seibundo Shinkosha


27. Januar 2010: Neulich an an Straßenbahnhaltestelle fand ich mich mit diesem ziemlich üblen Versuch von Meinungsmache kon- frontiert:

'Alles spricht für die Kombilösung' signalisiert die Leuchtwerbung.

(Mit 'Kombilösung' ist eine Untertunnelung der Karlsruher Einkaufs- meile für den Straßenbahnverkehr gemeint).

Ganz schön dreist und unehrlich, so etwas zu behaupten, wo doch sehr viele Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt dieses superteure Großprojekt ablehnen, wie eine aktuelle Unterschriftensammlung be- weist. Siehe auch:  ext link icon  stoppt-das-millionengrab.de

ÖPNV-Tickets sind heute schon teuer genug und sollten nicht leicht- fertig noch teurer gemacht werden. Da läuft was falsch in Karlsruhe.


25. Januar 2010: Nora Bossong, Autorinnenlesung, Blauer Salon der HfG.

Atmosphärisch laufen solche Lesungen sehr unterschiedlich ab, was wir durchaus sehr reizvoll finden. Diesmal hatte man fast den Eindruck eines nüchternen Literaturseminars, was auch mit der Raumwahl zusammenhing.

Frau Bossong las aus ihrem Roman 'Webers Protokoll'.

In einem schillernden Vexierspiel lässt sie darin andere die Ge- schichte des deutschen Vizekonsuls Weber in Mussolinis Italien erzählen, der in seiner Rolle unklar zwischen Mitläufertum und Dissi- denz zum NS-Regime changiert.

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Für uns ein eher spröder Stoff, der aber von Nora Bossong ungemein spannungsreich und intelligent aufbereitet und recherchiert wurde und im Roman allein schon durch seine elaborierte Komposition und Sprache überzeugt. Im Publikum saßen wohl viele Kollegen, wie meine Frau und ich aufgrund der Fachfragen in der Diskussion annahmen. Der Blaue Salon schloss damit bis zum nächsten Semester. Vielen Dank!


22. Januar 2010: Gestern war ich auf einem Portraitkonzert von Denis Lorrain im ZKM, der übrigens in der Sorbonne bei Xenakis promoviert hat.  ext link icon denislorrain.org

Prof. Lorrain gehört zu den Pionieren der Computermusik, eine Domäne der Tonkunst, die mich stark interessiert. Vieles was er in diesem Bereich erarbeitet hat, ist in Software-Entwicklungssysteme eingeflossen, die heute von Komponisten und Musikern ganz selbst- verständlich angewendet werden. Die HfM KA hat ihn vom IRCAM in Paris 'abgeworben'

Es folgen noch ein paar Impressionen von diesen Abend.


Volle Konzentration zum Konzertbeginn!

Das erste Stück hieß 'Du jour, la nuit'. Eve Cambreling spielte dabei die Soloflöte. Manchmal hauchte sie auch nur hinein oder erzeugte flirrende Obertöne, die sicher noch bis in den Ultra- schallbereich reichten.


Das zweite Stück hieß 'Contra Mortem'.

Arata Kojima spielte diesen Zyklus maximaler Kontraste auf der Klarinette.

Danach folgte elektronische Musik, noch mal Soloflöte, dann wieder elektronische Musik. Davon gibt es keine Fotos. 'Les Portes du sombre dis' war eine vierspurige Klangsynthese, die 1979 zum ersten mal aufgeführt worden war. Aufgrund der Machart und der Tonqualität hatte ich schon vermutet, dass es ein älteres Stück ist.

'... black as stood as night'  war ein weiteres Stück elektronischer Tonkunst, das im IRCAM mit sehr komplizierten Mitteln und Metho- den produziert worden war, die Denis Lorrain im Programmheft aus- führlich beschrieb. Sehr interessant!


Den Abschluss 'Di mi se mai...' - Bläserquartett, Schlagzeug und Texte über Lautsprecherstimme fand ich schön abgerundet, nicht nur weil auch dabei wieder Musiker mitwirkten, die wir schon kennen und schätzen.

Keiko Kida am Schlagzeug zum Beispiel oder Prof. Gérard Buquet, der die Einstudierung geleitet hat.

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