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25. Mai 2009: Plan A wäre ein Kunststudium gewesen. Plan B entsprach aber eher dem Wunsch meiner Eltern bzw. Lehrer und so setzte man mich wohlwollend auf die technisch-wissenschaftliche Schiene. Als reiferes Semester ein Kunststudium nachzuholen, das wäre vielleicht eine späte Erfüllung.

Leider ist das meiste was ich auf meinem Lebensweg 'künstlerisch' geschaffen habe verblasst, verschenkt oder verloren. Ein paar Zeichnungen, Gemälde, Polaroids und Objekte blieben mir aber noch. Unter anderem  existiert noch eine Serigrafie mit 'Electronic Generative Art' von 1982 in unserer Sammlung. Ich taufte diese Bilder damals 'Pet / Watanabe Art-Plot'.

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Beruflich hatte ich schon ganz früh mit Computern tun, zu einer Zeit, als man diese noch Elektronengehirne nannte. (Siehe auch meine Notiz vom ÷ 10. April 2006 ÷) Mir machte es Spaß, die Dinger zu programmieren und sie nicht nur für Laborzwecke einzusetzen. Die allerersten Personal-Computer, die ich benutzte, waren sogar im Wortsinn meine persönlichen Computer, denn ich hatte sie mir selbst gebaut.

Später erschienen dann erste Heimcomputer von Tandy, Acorn, Atari, Commodore, Apple  etc. auf den Markt und so kaufte ich mir in dieser Reihe auch einmal einem 'PET' von Commodore. Das Kürzel PET stand für 'Personal Electronic Transactor' und der Apparat sah so aus, wie auf dem folgenden Bild. Den späteren Personal-Computer, der erste PC  der auch offiziell so genannt wurde, das Original von IBM, wollte ich natürlich auch gleich zuhause haben, obwohl er anfangs sehr teuer war.

 

Der gute alte PET verfügte immerhin schon über einen Bildschirm und hatte zudem einen 'User Port', d.h. eine I/O Schnittstelle für den Datenaustausch mit Peripheriegeräten.

Startbildschirm des PET, Image Credit: Tom Knox

Jetzt kommt der Stiftplotter von WATANABE ins Spiel. Das war eines der ersten computergesteuerten Zeichengeräte für Ingenieure, das der Japaner Dr. Watanabe entwickelt hatte. Solche Flachbett-Plotter sind mittlerweile praktisch ausgestorben.

Man konnte ein Blatt Papier auflegen, an einem beweglichen Arm einen Filzstift einspannen und dem Gerät in der Programmier- sprache BASIC (Beginners All Purpose Symbolic Instruction Code) simple Fahr-Befehle schicken. Etwa prinzipiell so in der Art:

GOTO X,Y
PEN DOWN
MOVE 100,0
PEN UP

Im einfachsten Fall für eine maschinengezeichnete Linie entsteht so der von einem definierten Punkt im Koordinatensystem ausgehende gerade Strich. Für diesen primitiven Watanabe-Plotter programmierte ich also einen mathematischen Mal-Algorithmus, der mit Zufallszahlen und fixen Parametern, quasi in einer Mischung aus Ordnung und Chaos, automatisch kleine Kunstwerke aufs Papier malte. Computerprogramme speicherte man übrigens zu der Zeit als Tonfolge auf dem Magnetband einer Musik-Kompakt-Kassette. Floppy Disks gab es für den PET noch nicht.

Pet / Watanabe Art-Plot 5, 1982      ÷ Bild groß ÷

Zum Malen brauchte es Stunden und mehrere Durchgänge, in denen ich nach einem vorprogrammierten Signalton jeweils manuell verschiedenfarbige Filzschreiber und Buntstifte einwechselte. Meine Signatur hatte ich vorher eigenhändig mithilfe von Millimeterpapier 'digitalisiert' und die kleine Zeichenmaschine setzte sie am Ende selbständig unter das fertige Bild.


Kommentar 26. Mai 2009: von Dr. Frank Gales aus Speyer

"Hallo Jo, ich habe auch in der 12. Klasse (1982) als ersten Computer einen Pet programmiert. Vorher hatte ich aber schon programmierbare Taschenrechner von Casio, HP (HP41C) und Sharp (PC1500). Schön so eine alte Kiste mal wieder zu sehen. Gerade das Modell mit dem Kassettenrekorder und der furchtbaren Tastatur. Wir hatten damals zwei Computer für die ganze Klasse. Informatik war damals meistens Trockenübung.

Die Braunsachen finde ich toll. Gibt es da mehr Fotos zu? Falls nicht von dir, evtl. woanders?

Tschau, Frank"

AW: Hallo Frank, anlässlich des Besuchs In Kronberg habe ich nur ein paar Fotos für meinen Blog geknipst. Weitere Quellen kenne ich im Augenblick nicht, Grüße, Jo  

P.S. Im Braun Museum hat man übrigens ein exemplarisches Hörplatz-Ambiente mit Möbeln von Dieter Rams und Braun LE1 Lautsprechern aufgebaut. Die Anlage spielt, allerdings leider nicht mehr auf ihrem ehemals hohen Niveau. Für eine Restauration fehlen die Mittel, wie uns gesagt wurde. Das ist wirklich bedauerlich. Gerade für die Elektrostaten gibt es ja seit einiger Zeit wieder perfekt aufgearbeitete Schallwandler und Hochspannungsteile.  


23. Mai 2009: Dialog, 21.5. bis 7.6. Orgelfabrik, Karlsruhe-Durlach

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Drei Jahre nach dem urplötzlichen Tod des Malers Thomas Kurowski hat Susanna Weber in der Orgelfabrik Durlach eine Gedächtnis-Ausstellung organisiert. Zwölf ehemalige Weggefährten aus der Karlsruher Akademie - aus der Ära der 'Neuen Wilden' - darunter Max Kaminski, Kirsten Lampert, Andreas Schnelle, Susanna Weber, Uwe Drömer, Bernadette Rottler, Thomas Bergauer, Uwe Keul, Cato Gabrielsen, Monika Bartsch, Britta Mart, Gunter Wessmann suchen in dieser Ausstellung posthum noch einmal den künstlerischen Dialog mit T.K. Es sind diese starken Bilder, die wir lieben.


Zur Vernissage waren zahlreiche Künstlerkollegen, Freunde und Verwandte zugegen, was auch wieder zu netten Begegnungen führte. Susanna stellte uns den interdisziplinär tätigen Künstler Jurgen Trautwein ext link icon profile vor, dessen diverse Websites eine Fundgrube von künstlerischen Javascripts, Videos, Fotos, Noise und so weiter sind. Mir hat es Spaß gemacht, darin herumzustöbern:

interactive sound image game simulations ext link icon jtwine.com
installationen, malerei, zeichnung, photographie
ext link icon index
blog on art and life
ext link icon
jtwinenow


23. Mai 2009:

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Muss man Nostalgiker sein, um solche Orte zu schätzen? Ich sehe mich eigentlich nicht als solcher - eher im Gegenteil. Wie auch immer - es gibt sie noch, die charmanten Familien-Restaurants im Elsass, die sich über Generationen scheinbar nicht verändert haben und sich auch dem Tourismus nicht anbiedern. So wie hier das 'À la République d'Eberbach-Seltz'.

Von Karlsruhe aus steuert man das Auto durch eine französisch anmutende, bäuerliche Kulturlandschaft, fährt über Buckel und Mulden durch schmale, pappelgesäumte Alleen und Hohlwege. Schon nach vierzig Minuten findet man sich in einer komplett anderen Welt. Wenn man nicht aufpasst, rollt man vielleicht sogar an dem Lokal vorbei, weil es so unscheinbar am Straßenrand liegt. An anderen Tagen als dem Samstagabend braucht man erst gar nicht zu kommen, da hat es nämlich zu. La specialité de la maison c'est la tarte flambée.     


20. Mai 2009: Bilder zum Sonntag 17. Mai, nach 11 Uhr, Poesie und Musik im Künstlerhaus Edenkoben.
 
Raphael Urweider
"Alle deine Namen. Gedichte von der Liebe und der Liederlichkeit" Musik: Hans Koch, Saxophon

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Jede Lesung bietet etwas Besonderes, ganz speziell diese, denn der Poet las nicht nur aus seinem Buch vor, sondern rezitierte teils auswendig. Sprachvortrag und Begleitmusik überlagerten sich dabei zu einer pausenlosen, raffiniert improvisierten Choreographie.

Anfangs fand ich's irritierend, weil ich die Aufmerksamkeit zwischen zwei Solisten teilen musste. Nach ein paar Minuten rastete irgendwas ein und ich konnte den Texten besser folgen. Nebenbei staunte ich über die subtile Geräuschkulisse die Hans Koch seinem Saxofon entlockte und bewunderte seine stundenlange Ausdauer.

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 (c) Künstlerhaus Edenkoben 

Außergewöhnlich, aber nicht weniger erfreulich, war diesmal auch das verhältnismäßig junge Publikum bei dieser Matinée.

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19. Mai 2009:  Designreport - Besuch bei BRAUN in Kronberg bei Frankfurt.

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Das Foyer des Firmengebäudes bot diesmal einen ansprechenden Rahmen für die jährlich stattfindende BRAUN Sammlerbörse.

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Es bleibt nicht aus, dass man an solchen Orten Bekannte trifft, wie hier z.B. dem Architekten und Designer Andreas Winkler. Er ist unter anderem BRAUN Sammler und präsentierte Teile aus seiner Kollektion in einem von ihm entworfenen Regalsystem, das die Firma PHOS exklusiv vertreibt.

Von ihm bekam ich vor Jahren mal den Tipp, wer mir meine rotlackierten Verstärkerzargen perfekt fertigen kann. Besonders schön finde ich auch die Loftarchitektur der PHOS Galerie in Karlruhe auf dem 'Tempel-Gelände'.    ext link icon  archipool.de/...

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Einfach edel, der Nachbau eines früheren Braun Messestandes mit der Tischradio- Phono- Kombination von Gugelot nebst passendem Fernsehgerät FS-G im BRAUN Museum.


19. Mai 2009: Es gibt viel zu erzählen - Freitag: intermedia 69 Retrospektive Kunstverein Heidelberg, Samstag: Sammlerbörse + BRAUN Museum in Kronberg, Sonntag: Literatur + Musik, Freunde, Gespräche, Kaffee + Kuchen im Künstlerhaus Edenkoben.


Fange ich doch mal mit Heidelberg an und beschränke mich auf das Wichtigste: In den Räumen des Kunstvereins war es brechend voll, was auf ein enormes Interesse an dieser Veranstaltung schließen lässt.

intermedia Katalog 1969 (Johannes LeBong)

Für mich war der Abend sehr aufregend, da ich mich noch gut an die intermedia 69 erinnere. Als sie stattfand, war ich gerade mal neunzehn.

Meinen alten Originalkatalog hatte ich dabei, und 40 Jahre älter traute ich mich auch, mit den anwesenden Künstlern zu sprechen und sie um eine Signatur zu  bitten.

Links im Bild: Klaus Staeck

 



Oben: Christof Kohlhöfer

Rechts: Gabor Altorjay

 

 



Klaus Rinke
ext link icon klausrinke.com

Ja, ich war 69' auf der intermedia, fand all das sehr mitreißend und fühlte mich zu eigenem künstlerischen Tun angeregt, indem ich beispielsweise bestimmte Konzepte, die ich in diesen Tagen sah, aufgriff. Eine schöne Erinnerung! Diese Ausstellung in Heidelberg sollte man sich als Kunstfreund nicht entgehen lassen.

Hier schaut man in eine der zahlreichen Vitrinen des Kunstvereins mit Sammlerstücken von der intermedia 69. Übrigens besaß ich mal ein ganz ähnliches kleines Kästchenobjekt mit Glasscheibe wie das von Vostell, nur dass meines von Joseph Beuys stammte. Ich habe es aber wieder weggegeben - was mir im Nachhinein sehr leid tut.


Nachtrag vom 22. Mai 2009:

Originalposter der "intermedia '69" (c) Staeck Archiv


Weitere aktuelle Kontext-Links:

ext link icon art-magazin.de/kunst...intermedia

ext link icon  einestages.spiegel.de...pro_vo_ka_tion


18. Mai 2009: Technologie Update - meine klassischen Röhrenbildschirme haben ausgedient. Jetzt stehen bei mir zwei neue 23" Flatscreens auf den Schreibtischen.

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Das wäre nicht weiter erwähnenswert, ginge es mir nicht um meine Weblog Rezipienten, von denen immer mehr solche Displays haben. Bei ihnen erscheinen meine Fotos zu hell, wirken ziemlich körnig und farblich flau.

Oh weh, es hilft nichts, ich kann mich dieser Entwicklung nicht länger verschließen und muss meine Bildbearbeitung wohl oder übel darauf ausrichten.

Das natürliche Farbenspektrum guter CRT-Grafikmonitore bringen aktuelle TFTs noch lange nicht. Mir kommt dieser Technologiesprung so vor wie der Übergang vom analogen Hifi-Klang zu iPod und mp3 oder wie der Wechsel von der Glühbirne zur Energiesparlampe. Die Energiebilanz dieses Update ist immerhin tröstlich, denn der Stromverbrauch meiner Bildschirme reduziert sich dadurch um etwa 70%.  Kontext-Link  ext link icon digitalkamera.de...


"Die Energiesparlampe, die lichtaussendende Mörderin von Glanz, Funkeln und Gleißen, die Verräterin des goldenen Schimmers und der weichen Schatten. Nichts auf dieser Welt macht scheußlicheres Licht, nichts ruiniert so sehr den optischen Eindruck, den Zauber des Lichts ... Sie erzählt nicht von Luxus, Glitter, Nichtigkeit und Überfluss ... "       (Don Alphons in 'Rebellen ohne Markt')


13. Mai 2009: Foto-Ambitionen. Bis in die Neunzigerjahre überließ ich das Fotografieren gern den Profis, wenn es um hochwertige Internet- oder Printprojekte meiner Agentur ging. Diese Arbeit wurde damals von Industriekunden noch recht gut bezahlt. Auch die Entwicklung von Key-Visuals delegierte ich zum Teil an junge Grafikdesigner. Etwa um die Jahrtausendwende herum, als ich nebenbei mit der Gestaltung dieser privaten Homepage begann, kaufte ich mir die erste Digitalkamera und begann ab da zielstrebiger zu fotografieren.

Sony Mavica von 1998

Das Foto auf der Titelseite mit dem roten 300B Verstärker und der farbenfrohen 'Orbital Terra' Stehlampe im Hintergrund schoss ich beispielsweise mit einer Sony Mavica. Dieses klobige Schwer- gewicht besaß einen Sensorchip mit der sagenhaften Auflösung von 640x480 Pixeln und schrieb die Daten leise ratternd direkt auf eine 3,5" Floppy-Disk - heute schmunzelt man über so was. Die Farbtreue dieser Kamera war allerdings sehr gut.

Momentan nutze ich eine Nikon D40, deren Möglichkeiten ich aber noch nicht ausschöpfen kann. Weil sich das ändern soll, habe ich mich einem Kreis von Fotofreunden angeschlossen, der gestern bei mir tagte. Man diskutierte eigene und fremde Bilder und ein erfahrener Berufsfotograf, der bei unserer kleinen Gruppe mitmacht, steuerte viele Insider-Tipps bei. 

(c) Photoindustrie Verband e.V. (verkleinerte Darstellung, nicht als Referenz verwendbar)

Mein Zielmedium ist ja der Bildschirm, die Produktion von Papierabzügen oder Wandschmuck habe ich nicht im Sinn. Leider wirken Fotos aber nicht auf allen Bildschirmen gleich, was eine Diskussion durchaus erschwert. So kann es beispielsweise vorkommen, dass ein Bild von einem Topfotografen bei der Vorschau übers Internet am heimischen Schirm gefällt, andernorts bei der Besprechung aber nicht. 

Farblich korrekt kalibrierte RGB- Monitore findet man  höchstens mal bei Grafikbetrieben. Selbst behelfe ich mich zur visuellen Kontrolle meiner Bildschirme seit vielen Jahren mit Referenzbildern des Photoindustrie Verband e.V. die man hier zusammen mit einer Anleitung herunterladen kann:    

 ext link icon  DQ-Tool


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