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23. September 2008: "Sind Ihre Greencone-Lautsprecher eigentlich noch interessant? Man liest ja nicht mehr so viel darüber? Haben Sie vielleicht in letzter Zeit etwas Neues mit Röhren gemacht?" Ab und an stellt man mir solche Fragen. Da muss ich passen: es bleibt alles beim Alten! Im Laufe des Lebens findet wohl jeder für sich ein paar Dinge die man einfach so lassen kann wie sie sind. Dazu gehören meiner Meinung nach auch die Croissants vom 'Franzosen-Bäcker', wie wir ihn nennen. Er kommt immer dienstags, donnerstags und samstags aus dem Elsass mit seinem Verkaufswagen auf den Gutenbergplatz. Heute ist Dienstag!
÷ Bild groß ÷ Ich bin gottfroh, wenn er weiterhin nach traditionellem französischen Rezept backt. Und hoffentlich kommt er niemals auf die Idee, an den Zutaten zu sparen. 21. September 2008: Die Serie mit Herbstimpressionen setze ich heute etwas ungeordnet fort, mit Fotos aus einem verträumten Landstrich in den Nordvogesen.Man sieht Herbstfarben, Blätter und Bäume, einen stillen Garten inmitten einer Waldlichtung, auf Moos drapierte Giftpilze und einen frugalen Vorspeisenteller. Das letztgenannte Foto hat eine besondere Bestimmung. Ich speichere es als Anregung für meine eigene Küche. ÷ Bild groß ÷
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÷ Bild groß ÷ 20. September 2008:
÷ Bild groß ÷ Unsere liebste Café Bar in Deutschland ist immer noch das Casa Del Caffe in der Heidelberger Steingasse, nahe der alten Brücke. Als es vor 13 Jahren eröffnete, war es eine der ersten Bars in der Altstadt, die sich atmosphärisch an der italienischen Bar-Kultur orientierte. In meiner Heidelberger Zeit war ich dort Stammgast.
÷ Bild groß ÷ Das Casa Del Caffe wurde zum Treffpunkt von Freunden, zu denen wir auch den Barista 'Rudolfo' und seine frühere Frau zählen. Es war zudem eine Nachrichtenbörse von jungen Heidelberger Selbst-ständigen, von Unternehmern, Flaneuren und Lebenskünstlern. So wirkt es auch heute noch, wo wir nur selten zu Besuch kommen. Es gibt dann immer ein großes Hallo und freudiges Wiedersehen und man trifft garantiert bekannte Gesichter unter den Gästen, die man vielleicht schon ein paar Jahre nicht mehr gesehen hat. ______________________ Inzwischen gibt es unzählige schöne Espresso-Bars. Mancherorts schon fast zu viele. Bequem ist es natürlich, wenn man gute Bars in der nahen Nachbarschaft hat. So wie in unserem Viertel in Karlsruhe. Das 'Nuovo Gusto' in der Schillerstraße, unser Samstagstreff, bei dem es betont familiär zugeht, hatte ich ja bereits vorgestellt. Recht neu für uns ist noch das 'Espresso + More' nahe dem Guten- bergplatz, wo wir gestern zu einer Lesung eingeladen waren. Man bekommt dort nicht nur diverse vorzügliche Espressosorten serviert, sondern kann auch ausgesuchte Espressomaschinen und Zubehör kaufen oder sich beraten lassen. Durch die Kaffeehausfreunde angespornt, entwickle ich neuerdings auch in der eigenen Küche wieder verstärkte Ambitionen auf diesem Gebiet. Wäre ja vielleicht auch mal ein Thema für meine Notizen... Momentan habe ich eine höchst simple manuelle Siebträger-Maschine von Saeco in Gebrauch, mit der ich schon nach wenig Übung eine wunderbare Crema und einen feinen Geschmack hinbekomme. ______________________
17. September 2008: Auch Straßburg verliert, wie viele andere Städte auf der Welt, peu à peu etwas von seinem einzigartigen Charakter. Woran ich das festmache? Zum Beispiel an der rückläufigen Anzahl seiner luxuriösen Geschäfte. Ein Schaufenster- bummel in Straßburg bietet zwar immer noch mehr erfreuliche Abwechslung als die Karlsruher Fußgängerzone, aber vieles fehlt schmerzlich. Das Geschäft von Stephane Kélian ist weg, wo ich mir mal sündteure Schuhe kaufte, die Filiale des englischen Kaufhauses Marks & Spencer ist zu, dort gab es bittere englische Orangen- marmelade - ich könnte noch viele ausradierte Namen aufführen. In einer Straße, wo sich einst ein vornehmes Schuhgeschäft an das andere reihte, dominieren heute die internationalen Ketten. Hermès hält noch sein Haus - wenigstens das.Trotzdem scheinen die Besucherströme an Wochenenden von Jahr zu Jahr zuzunehmen. So war es schon immer nicht ganz einfach, in der Innenstadt einen Parkplatz zu finden, aber es gestaltete sich wenigstens human. Man wartete geduldig, bis man von einem städtischen Parkwächter in eine enge Lücke eingewunken wurde. Perdu! Heute steht an meinem ehemaligen Lieblingsparkplatz ein schnöder Automat. Und der nimmt sogar mehr, ohne auf mein Auto aufzupassen. Was machen wir jetzt? Mein Tipp: nehmen Sie das Parkhaus direkt neben dem Musée d'Art Moderne et Contemporain. Es liegt strategisch günstig nur ein paar Schritte von der Altstadt entfernt im Souterrain, ist ruhig, hell und sicher. Man kurvt um wenige Ecken von der Autoroute A35 kommend hinein. Wir nutzen es generell als Aus- gangspunkt für unsere Spaziergänge in die Stadt.
÷ Bild groß ÷ Foto: Mathieu Bertola, mit freundlicher Genehmigung von Christine Speroni (Service de documentation et de photographie des Musées de Strasbourg). Das Museum selbst ist natürlich eine formidable Attraktion für sich. Wir lieben es und besuchen es sporadisch seit seinen Anfängen. Es hätte aber durchaus mehr Zuspruch verdient. Bei unserem Besuch letzthin, waren meine Frau und ich die einzigen Teilnehmer einer Führung mit einer jungen Kunsthistorikerin. Die Museumshallen wirkten menschenleer, während zur gleichen Zeit die Stadt von Besuchern aus Deutschland nur so wimmelte.
÷ Bild groß ÷ Sehr angenehm finden wir übrigens auch das zum Museum gehörige Art Café mit seiner Terrasse, die einen weiten Ausblick in Richtung Straßburger Liebfrauenmünster und 'la petite France' bietet. 'Das kleine Frankreich' war einst das Gerber- und Fischerviertel der Stadt. Etwa in Bildmitte sieht man auf meinem Foto das mit Gras bewachsene Dach einer 'pont couvert' aus dem 13. Jahrhundert, die einen Kanal vor dem Museum überquert. 13. September 2008: Es wird Herbst - Zeit für ein neues Haiku.
"Alter Teich
÷ Bild groß ÷ Stimmungsbild aus dem japanischen Garten im Stadtgarten Karls- ruhe. Wahrscheinlich ist es die älteste Anlage dieser Art in Europa. ______________________ Aus Japan kennt man vier Archetypen solcher Gärten, die alle von den dortigen Landschaftsbildern inspiriert sind. In Karlsruhe bietet man davon gleich zwei Formen auf: den Teichgarten, den ich fotografiert habe, und einen Trockengarten mit kunstvoll arrangierten Felsen in einem Kiesbett.
Neben Wasserfall-Miniaturen, zierlichen Teichen und Brücken, Stein- laternen und Stelen, stehen zwei leuchtend rot lackierte Tori (Shinto Tore) im Grün. Man durchschreitet sie, um damit symbolisch von der irdischen Welt in eine geistige überzutreten. Oben nähert man sich so einem hölzernen Shinto Schrein, der von zwei löwenähnlichen Fabelwesen flankiert wird. Von japanischen Freunden habe ich mir sagen lassen, der Karlsruher Garten sei für ihren Geschmack tendenziell zu üppig und zu dicht bepflanzt. Andererseits heißt es in den Gestaltungsregeln, ein japanischer Garten solle auch Naturelemente seines Standorts enthalten. Wie auch immer - der 'Ableger' von Karlsruhe findet nicht nur bei japanischen Besuchern, sondern auch in der japanischen Fachwelt einige Beachtung. 11. September 2008: Dem Alltag Glücksmomente abringen.
÷ Bild groß ÷ Derzeit arbeite ich stundenweise in einem Ingenieurbüro, das in einem architektonisch nicht unhübschen Ettlinger Industriepark angesiedelt ist. Morgens fahre ich 9 Kilometer hin, mittags 9 zurück in mein eigenes Büro in der Weststadt. Mit dem Auto brauche ich dafür 20 Minuten, mit dem Fahrrad selten mehr als 30.
÷ Bild groß ÷ Über den herrlichen Radweg, der mich durch grüne Parks, uralte Alleen und ruhige Wege entlang des Alb-Flusses führt, könnte man einen eigenen Natur-Bildband produzieren. So eine Fahrt ist wirklich erfrischend.
÷ Bild groß ÷ Ein paar Bilder habe ich heute freihändig radelnd mit meiner kleinen Taschenkamera geknipst. Oben zum Beispiel eine bronzefarbene Verzierung aus Metall. Das stilisiertes Blätterwerk schmückt die mehrere Meter hohe Lärmschutzwand einer Brücke, die meinen Weg überspannt.
Wie ich den Charme von Karlsruhe bildhaft ausdrücken könnte, habe ich mir schon öfter überlegt. Man muss diese Stadt als Landschaft begreifen. Sie besitzt ja keine spektakulären Sehenswürdigkeiten wie etwa das benachbarte Heidelberg mit seinem Schloss in zauberhafter Lage über dem Neckartal.
÷ Bild groß ÷ Es ist die Summe der schönen Dinge in Stadt und Umgebung, die mich für sie einnimmt und die sich sehen lassen kann. Mit dem Rad kann man sie entdecken. Zum Beispiel dieses außergewöhnlich lang gestreckte Bildobjekt an der Wand einer Unterführung. Es scheint sich um ein expressionistisches Großgemälde zu handeln, das von einer Art Bilderrahmen oder einer Vitrine mit spiegelnden Glas- scheiben geschützt wird.
÷ Bild groß ÷ Aus der Autofahrer-Perspektive ist dieses Kunstwerk kaum auszu- machen. Überdies dürfte man an dieser Stelle auch nicht einfach anhalten. ______________________ Noch ein kurzfristiger Veranstaltungshinweis der Gartenakademie Baden-Württemberg: Morgen am Freitag den 12. September findet um 16:00 Uhr eine Führung durch den Japanischen Garten in Karlsruhe mit Horst Schmidt, Gartenbaudirektor a.D. statt. Treff am Eingang Festplatz.
÷ Bild groß ÷ 17:30 Uhr Sushi
Snack im
Foyer des Schauburg Kinos Im April 2009
ist übrigens eine Japanreise mit dem Schwerpunkt Gartenbaukunst geplant.
6. September 2008: Ja, ich weiß schon, habe den Blog zu lange schleifen lassen. Deshalb kam heute diese Schmeichelei aus dem fernen Norwegen: "I
write just to tell that I miss your "notizen". Danke
Lars! Dann mache ich einfach mal weiter, wo ich aufgehört habe,
nämlich mit dem ZKM.
______________________ Dort gibt es immer wieder spektakuläre Aktionen. Haben Sie schon einmal einen Plattenspieler mit Raketenantrieb gesehen? Nein? Ich auch nicht! Auf die Idee, einer Schallplatte auf diese Weise zu einem ganz besonderen Drive zu verhelfen, können auch nur Kunstschüler kommen.
÷ Bild groß ÷ Im
Rahmen der bereits erwähnten Sommerloch Veranstaltung führten die
Studierenden der Pyrotechnikerin Friederike Unverzagt im ZKM
eine gefährliche Selbstbrandstiftung durch. Sämtliche Feuermelder in
der Halle waren abgeschaltet und der Ausgang dieses Abenteuers schien
ungewiss.
÷ Bild groß ÷ Auf dem Plattenteller war eine Schallplatte mit Heintje-Songs fest verschraubt. Die Lautsprecherbox war von Dual. Der besondere Antrieb steigerte ganz klar die Dramatik und den Ausdruck dieser alten Aufnahme. 15. Juli 2008: Sommerloch - das passt, da gehe ich heute Abend hin.
Ansonsten steckt mein Blog mitten im Sommerloch drin! Ob er da noch mal rauskommt, weiß ich grad' nicht. Im Bereich Audio gibt es momentan keine neuen Herausforderungen. Wenn ich die ein- schlägigen Foren durchsehe, ödet mich deren Banalität und Langeweile an. Konzertbesuche, Opern, Ballet - ist zwar immer wieder schön im Erleben. Es wäre aber zu eintönig, laufend darüber zu berichten.
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