Reisebericht Japan Seite 1

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September 2007: Mit dieser privaten Reise erfüllte sich ein lang gehegter Wunsch, einmal das Land und die Menschen kennen zu lernen, deren Kunst und Kultur mich schon früh beeindruckt haben. Als meine Frau vor ein paar Jahren dem Chor der Deutsch- Japanischen Gesellschaft mit dem Namen 'Der Flügel' beitrat, konnte ich noch nicht ermessen, wie sehr uns dies einmal mit japanischen Freunden verbinden würde.

Ein Blick ins Notenheft meiner Frau:

Kojo no tsuki - Der Mond über der Schlossruine

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Aus dem Liedtext - in freier Übersetzung:

"Im Frühling feierte man das Kirschblütenfest im prächtigen Schloss hoch auf dem Hügel. Die Becher mit Wein gingen reihum. Über den alten Pinien stieg der Mond auf. Er durchflutete die Zweige mit seinem Licht.

Und heute? Was bleibt vom Glanz der vergangenen Zeiten?

Nun steht der Mond über der Schlossruine. Scheint er nicht wie immer? An der Mauer überdauern die Ranken. Und der Wind singt in den Ästen der tausendjährigen Kiefern."

Melodie auf der Koto als mp3

Gesang von Atsumasa Naruse

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Ich möchte dieses Lied meinem Reisebericht als musikalisches Motto voranstellen. Es ist ein Stück, das mir von den Chorproben bei uns zuhause geläufig ist, und von dessen Herkunft ich nun ebenfalls weiß.

Den Liedtext schrieb der in Sendai geborene Dichter Doi Bansui (1871-1952). Als Schüler hatte er die Schlossruine Aizu Wakamatsu besucht. In seinem Gedicht erinnert er sich an sie und ebenso an die Aoba Jo Schlossruine in seiner Heimatstadt Sendai. Die Musik schrieb Taki Rentaro vor über 100 Jahren ursprünglich für die japanische Harfe (Koto).

Da das erste Konzert des 'Flügel' in der Stadt Sendai stattfand, wo ich den besungenen Schlosshügel einmal selbst bewanderte, schließt sich für mich dieser Kreis vollendet.

Kojo no tsuki wurde vom DJG-Chor so wunderbar gesungen, dass es mich öfter fast zu Tränen rührte - vor allem in den Solopartien von Yurika Waseda. Indem man sich auf alte japanische Lyrik und Lieder einlässt, kann das Leben an Tiefe gewinnen.

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Eine schöne Instrumentalaufnahme von Kojo no tsuki findet sich auf der YO-YO MA CD 'Japanese Melodies' (von CBS), die wir zuhause gern hören.

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:: Danksagung

Zuerst geht mein Dank an die Organisatoren Makitaro Arima (Dirigent und Bariton) und seine liebe Frau Reiko Emura (Pianistin und Komponistin), die den offiziellen Teil der Reise perfekt vorbereitet haben, auch für die Mitreisenden.  Ebenso herzlich möchten meine Frau und ich allen unseren japanischen Gastgebern, Führerinnen und liebenswürdigen Ansprechpartnern danken, die uns einen unvergess- lich positiven Eindruck von Land und Leuten vermittelt haben.   

Wir können nur versuchen, dies zurückzugeben, indem wir japanischen Gästen bei uns zuhause die gleiche Aufmerksamkeit schenken, wenn sie Deutschland besuchen.

Herrn Prof. Dr. Tetsu Suzuki und seiner Frau danke ich sehr. Er ist oben auf dem Bild ganz rechts zu sehen, wo er mit seiner Stimme den Karlsruher Chor verstärkt. Der dritte Herr von rechts ist übrigens Toshio Hoshi. Wir trafen ihn später noch öfter und fanden ihn der deutschen Kultur sehr zugeneigt. Tetsu-san singt in seiner Freizeit gleich in zwei Chören, unter anderem im Chor des japanischen Rundfunks. Wir durften ein paar Tage in seiner Zweitwohnung in Sendai logieren, deren Schlafgemach traditionell japanisch eingerichtet ist, mit Tatami Matten und papierbespannten Schiebefenstern. Man schläft auf Futons, die tagsüber im Wandschrank aufbewahrt werden.

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Wir wurden in jeder Hinsicht verwöhnt. Mit unserer Gastfamilie gingen wir abends Sushi essen und wurden bei dieser Gelegenheit über die leckersten Stücke beraten. Tetsu bereitete anderntags eigenhändig ein japanisches Frühstück mit Fisch und Miso-Suppe für uns zu und dann bekochte uns auch noch seine Frau Mayumi Suzuki im Appartement. Einmal gab es zum Frühstück eine Art japanische Forelle. Die japanische Küche schmeckte uns generell sehr gut und sie erwies sich zudem als sehr bekömmlich.

Mayumi-san schulde ich noch besonderen Dank, weil sie mich zwischendurch einmal notfallmäßig zum Zahnarzt brachte. Unpassenderweise hatte ich ausgerechnet im Urlaub Zahnschmerzen bekommen. Mit einer kleinen Operation in einem Dental-Office in Sendai war das zum Glück schnell kuriert. Man bohrte nicht, sondern nutzte ein supermodernes Laser-Gerät für den Eingriff. Auch dieser Arztbesuch war ein spannendes Erlebnis. Zu meiner Überraschung hat diese High-Tech-Behandlung weitaus weniger gekostet als in Deutschland üblich. Nicht nur bei dieser Gelegenheit verstärkte sich mein Eindruck, dass man in Japan unkompliziert und effizient zur Sache geht.

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Musik verbindet die Japaner und die Deutschen. Wo gibt es das sonst, dass einem beispielsweise ein Hotelportier spontan deutsche Lieder vorsingt und begeistert von deutschen Dichtern und Komponisten schwärmt? In Japan erlebten wir solche Szenen öfter.  


:: Sendai

Hier trat der 'Flügel' zusammen mit dem 'Yamano-Youchien-Chor' von Sendai auf.

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Während meine Frau unmittelbar nach unserer Ankunft ohne Pause anstrengende Proben absolvieren musste, durfte ich zusammen mit meiner Schwester, die ebenfalls mitgereist war, die Stadt Sendai erkunden. Eine angenehmere Begleitung als die junge Dame Asako Takahashi zusammen mit ihrer Frau Mutter, hätten wir uns dabei nicht wünschen können. Asako-san ist Pianistin und hat in Deutschland studiert. geocities.jp/asako... Sie spricht perfekt deutsch, so dass wir mit ihr neben Fragen zum Alltäglichen sogar philosophische Themen diskutieren konnten. Dankenswerterweise schenkten uns beide ihre Zeit und chauffierten uns mit ihrem Auto zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten.

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Mittags speisten wir zusammen in einem ausgesuchten traditionellen Restaurant, das wir allein schwerlich entdeckt hätten.

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Wir besichtigten den Osaki Hachimangu Schrein und besuchten das Stadtmuseum von Sendai, wo unter anderem Relikte des ehemals mächtigen Ritters Date Masamune ausgestellt werden. Wer sich beim Anblick seiner schwarzlackierten Rüstungen in den Vitrinen an furchterregende Star Wars Krieger erinnert fühlt, liegt übrigens nicht falsch, denn der Filmemacher George Lucas hat sich bei seinen Figuren von alten Samurai Illustrationen inspirieren lassen.

Besonders interessant fand ich auch den Rundgang im Serizawa Keisuke Art & Craft Museum, das dem Künstler Keisuke (1895-1984) gewidmet ist. Er gilt in persona als unantastbarer Kulturrepräsentant und 'nationaler Schatz', oder 'ningen kokuho' auf japanisch. Seine Färbetechniken und Tuche für Kimonos, Schärpen, Vorhänge, Wandverzierungen und Bildfahnen zeugen von unübertrefflicher Kunstfertigkeit und Schönheitssinn.
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Auch in Japan verdienen die traditionellen Handwerkskünste eine besondere Protektion. Sie wären sonst vom Aussterben bedroht. Die junge Generation in Japan sei auf Videospiele fixiert, meint skeptisch der berühmte Fotograf Hiroshi Sugimoto in der Zeitschrift 'art'.
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In Sendai durften die Karlsruher eine Gastrolle in der Yagiyama Grundschule spielen. Sie traten dort als eine Art 'Laien- schauspielgruppe' auf, indem sie musikalisch und szenisch das Leben und die Menschen in Deutschland darstellten. Makitaro-san hatte für die Schüler zu diesem Zweck eine tolle Powerpoint Präsentation mit dem Titel 'Ein Jahr in Deutschland' vorbereitet.

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Die Sendaier Tageszeitung berichtete am 31. August 2007 darüber.

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Ein Abendempfang zum Abschied vom Yamano-Youchien-Chor endete etwas wehmütig. Man hatte sich erst angefreundet und musste sich gleich wieder trennen. Vorher wurden noch einige Reden gehalten und viele kleine Gastgeschenke ausge- tauscht.

Den Namen der Trommlerin links im Bild, die den Chor taktvoll begleitete, habe ich leider vergessen. Ich erinnere mich aber daran, dass sie sich sehnlichst wünschte, einmal nach Deutschland zu kommen.

Sayonara - so sagt man auf japanisch 'Auf  Wiedersehen'.


:: Matsushima

Das ist der Name einer Stadt und einer Landschaft an der Ostküste der Bucht von Sendai. Die über 250 malerisch ins Meer hingestreuten Inselchen vom Matsushima aus weißem Sandstein und vulkanischem Tuff gehören zu den Landschaftsidealen Japans. In der kleinen Stadt steht der Tempel Zuigan-ji aus dem 8. Jahrhundert und die durch Date Masamune (1567-1636) errichtete Tempelhalle Godaido.

Das durften wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so stiegen wir in einen Bus und schlossen uns damit einer kleinen Reisegruppe mit diesem Ziel an. Wir folgten brav unserer Reiseleiterin, die einen vollen Tag lang unermüdlich und pausenlos mit sanfter Stimme zu uns sprach und am Ende über die Lautsprecheranlage im Bus sogar noch 'a cappella' japanische Volks- lieder vortrug. Ich kannte solche eiligen Fähnlein bisher nur aus meiner Heimatstadt Heidelberg.

Frau Michi Hayatsu, eine Tante von Yurika-san war mit von der Partie. Die Damen versorgten uns während der Busfahrt liebevoll mit Süßigkeiten, die man beispielsweise aus Bohnenpaste oder aus Süßkartoffeln macht. Das schmeckt manchmal so ähnlich wie der deutsche Käsekuchen.

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Vor dem Betreten einer Tempelanlage ist es üblich, sich die Hände zu waschen. Das sieht man oben auf dem Foto. Besagte Tante näht übrigens gern mit alten Kimonostoffen. Meine Frau ist ganz glücklich über eine wertvolle alte Stoffbahn, die sie von ihr geschenkt bekam. Nochmals vielen Dank an die Tante!

Die kleinen Inseln von Matsushima umschifften wir am Nachmittag mit einem Ausflugsdampfer. Die Schönheit von Matsushima wurde einst von dem Dichter Matsuo Basho gepriesen, der die japanische Versform 'Haiku' kreierte. Ich nehme an, die Natur hat zu seinen Lebzeiten noch fast unberührt ausgesehen.


:: Kalligraphie Crashkurs

Es wäre natürlich vermessen anzunehmen, dass man in einem Tag die Kunst der Kalligraphie lernen könnte, auch wenn man so eine gute Lehrerin wie Frau Yuriko Emura hat. Sie ist eine Meisterin dieses Fachs, die regelmäßig Studenten unterrichtet. Zwei große Bildfahnen von ihr schmücken bereits seit geraumer Zeit unser Zuhause. Wir denken auch gerne an ihren Besuch bei uns in Karlsruhe zurück.

Diesmal saßen wir bei ihr als aufmerksame Schüler im Studio in Sendai. Der Kurs beginnt und endet mit einer tiefen Verbeugung vor der Meisterin.

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Emura-san zeigte sich mit unseren Ergebnissen zufrieden und machte uns Komplimente. Später wurden alle Arbeiten von hinzugekommenen Besuchern diskutiert und aufmerksam interpretiert. Danke, das hat viel Freunde gemacht!

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Wieder daheim, werden wir uns weiter mit diesen Malübungen beschäftigen. Frau Emura fertigte extra für uns kleine Signatur-Stempelchen an, mit denen wir zukünftig in typischer roter Farbe unsere 'Kunstwerke' mit unseren japanischen Kurzzeichen markieren können - wie schön!


:: Ortswechsel: Zu Gast im Shogen (Shotoin Tempel)

Als wir abends ziemlich ermattet an unserer nächsten Station in Kamaishi aufliefen und von unseren Gastgebern abgeholt wurden, wartete ein auffallend sympathisch und ausgeglichen wirkender Mann auf uns, der uns in seine nagelneue Honda-Limousine mit umwelt- freundlichem Hybridantrieb einstiegen ließ. Wie sich alsbald herausstellte, war es Herr Kakizaki, seines Zeichens Abt und Zen-Mönch des Shogen, in dessen Gästehaus wir zu viert wohnen durften.

Der Tempel, das wunderschöne Gästehaus an seinem stillen Ort, der dazugehörige japanische Garten und Herr Kakizaki als Zeremonienmeister haben uns schwer beeindruckt.

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In aller Frühe durften wir an einer Zeremonie teilnehmen und dabei sogar Fragen stellen und Erinnerungsfotos schießen - Ausnahms- weise!

Ein andermal läuteten wir eigenhändig morgens um sechs Uhr die riesige, erhaben und feierlich tönende Tempel-Glocke mit neun Schlägen - ein unvergesslicher Moment. Die tonnenschwere Glocke besitzt keinen Klöppel, sondern wird mit einem außen hängenden Holzstamm angestoßen.

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Tempel vom Vordereingang her gesehen im Morgenlicht.

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Blick aus dem Gästehaus über den vorgelagerten Zen-Garten mit seinen harmonisch arrangierten Pflanzen, Steinen und Kiesflächen.
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Japanische Gärten sind echte Kunstwerke. Obwohl vieles in ihnen natürlich und ungeplant wirkt, wird doch kaum etwas dem Zufall überlassen. Ein japanischer Garten will den Besucher  in eine meditative Stimmung versetzen und wohltuende Empfindungen wachrufen.
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Das traumhaft schöne Gästehaus war im traditionellen japanischen Stil aus Holz errichtet, welches sehr angenehm roch. Es hatte viele papierbespannte Schiebetüren und bot mit einer umlaufenden Veranda wunderbare Ausblicke in die Natur. Der Hauptraum war relativ groß und ebenfalls durch Stellwände unterteilt, so dass wir mit vier Personen reichlich Platz fanden.

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Hier ein Blick Richtung Teeküche, in der zu meiner freudigen Überraschung sogar eine Kaffeemaschine stand. So musste ich auch in Japan nicht auf meinen geliebten Kaffee verzichten. Die Kaffeesorten in Japan fand ich übrigens meist ganz besonders schmackhaft.

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Unweit des Tempels ist eine kleine Bucht gelegen. Zu der frühen Morgenstunde, als ich diese Aufnahme machte, traf ich dort ein paar Jugendliche mit ihren Surfbrettern an. Nachts hörte man im Tempel das beruhigende rhythmische Rauschen der anrollenden Meeres- brandung.


:: Der DJG-Chor im Kulturzentrum von Kamaishi

Probe!

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Vor allen Auftritten musste viel geprobt werden. Hier ein Bild von Reiko Emura (hinten) und einer Mitspielerin von der Kamaishi Philharmonic Society (vorn) bei der konzentrierten Probe. Reiko-san begleitet nicht nur den Chor und sang mit, sondern spielte auch sehr schöne Solostücke. Das 'Blumenlieder-Medley' wurde meist vierhändig mit wechselnden Spielpartnerinnen gespielt.

Auftritt!

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Applaus! Das war fabelhaft! Der kleine DJG-Chor aus Karlsruhe hat sich auf großer Bühne wacker geschlagen. Das ist eine gute Stelle, um dem Chorleiter Makitaro Arima für seine engagierte Aufbauarbeit zu danken.


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Der Chor profitiere natürlich ganz entscheidend durch die lokale Verstärkung mit der schönen Stimme von Yuki Nakadate-Sato (Sopran, im Bild bei ihrem Solo).

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Ich möchte an dieser Stelle einmal die Mitwirkenden nennen: Dirigent, Solo: Makitaro Arima. Am Klavier, Alt: Reiko Emura. Sopran Solo, Chor: Yuki Nakadate. Sopran, Chor: Mikiko Csizmazia u. Brigitte Engel. Alt Solo, Chor: Yurika Waseda. Alt Chor: Ursula Dorner u. Andrea Lebong. Bass Solo, Chor: Rainer Csizmazia. Aushilfe Bass: Tetsu Suzuki, Toshio Hoshi

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Im weiteren Verlauf des Abends sang man gemeinsam mit dem Chor der 'Kamaishi Philharmonic Society', bei dem auch unser Gast- geber und Tempelherr Kakizaki-san Mitglied ist.

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Solopart von Yurika Waseda

Die Abschiedsfeier in Kamaishi fand wiederum in betont freundschaftlicher und verbindlicher Atmosphäre statt. Man traf sich in einem gediegenen, traditionellen Lokal, das mir vorher schon am Tage bei einem Spaziergang durch den Ort aufgefallen war.

Es wurde deutsch gesungen, es wurde Flöte gespielt und vor Freude geweint - sehr rührend. Wir mussten uns alle kurz vorstellen, unser Interesse an Japan erklären, und wir machten uns mit unseren Tisch- nachbarinnen und Nachbarn bekannt, so gut es eben ging.


:: Touristisches

Ich finde es einfach großartig und so ist es uns auch am liebsten, wenn man ein fremdes Land abseits von den touristischen Trampelpfaden näher kennen lernen kann. Von Kamaishi aus unternahmen wir eine kleine Rundfahrt mit dem Schiff, die allerdings nicht weit hinausführte aufs Meer, weil der Wellengang gerade zu hoch war. Überhaupt - das Wetter! Es regnete recht häufig, aber kalt war uns nie - im Gegenteil: es war heiß. Irgendwie hatten wir auch Glück mit unserem Zeitplan, denn sobald wir einmal draußen unterwegs waren, hörte der Regen meist auf  - öfter kam sogar die Sonne hervor und es wurde richtig schön.

Dem Taifun 'Fitow', der in der Zeit unseres Aufenthalts über Japan wütete, liefen wir zum Glück nicht über den Weg.

Generell bereisten wir weite Strecken mit der Bahn. Am liebsten mit dem Superschnellzug Shinkansen. Da wir einen Japan-Rail-Pass besaßen, reisten wir sozusagen mit 'Flatrate'.

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Die pfeilschnellen Superzüge verkehren auf den Hauptmagistralen. Sie sind extrem komfortabel, halten exakt an der auf dem Bahnsteig markierten Stelle und sind auf die Minute pünktlich. Das wirkt wie ein Wunder auf DB-Kunden.


:: Letzter offizieller Termin im Gemeindesaal von Koriyama

Programm: Der Lindenbaum, Abschied vom Walde, In stiller Nacht, Zigeunerleben, Konpira fune fune, Hotaru koi, Kojo no tsuki, Soran-Bushi und Blumenlieder-Medley. Zugabe: Heideröslein in deutsch und japanisch.

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Schlussprobe vor dem Auftritt. Die Konzerthalle in Koriyama fand ich baulich besonders hübsch mit ihren Art Déco Stuckverzierungen. Es war für mich ein schönes Bild, den Chor in diesem Rahmen zu erleben.

Gleich beginnt das Konzert. ÷ Bild groß ÷

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'Der Engelchor' singt. Die jungen Damen Mizue Tomiyama und Nami Fukui aus Koriyama mit ihren reinen, glockenhellen Stimmen hatten wir schon einmal im Karlsruher Konservatorium deutsche und japanische Volkslieder singen hören - ganz wunderbar!  Am Piano Reiko Emura.   ...nifty.com/engelchor

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Atsumasa Naruse, der hier einen Soloauftritt hat, begleitete den 'Engelchor' damals nach Deutschland. Er ist ihr Gesangslehrer.

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Schön war's, wie man an den glücklichen Gesichtern sieht. Makitaro und Reiko dürfen stolz sein, meine ich. Der Chor trifft sich als nächstes wieder in Deutschland.

Schade nur, dass beim Abendessen mit den Mitgliedern der Japanisch-Deutschen-Gesellschaft von Koriyama so wenig Zeit blieb, den Kontakt zu vertiefen. Unser Ryokan-Gasthaus schloss abends sehr früh die Türen ab, so dass wir uns leider viel zu kurz fassen mussten.

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