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Hallo Herr LeBong, seit mehreren Monaten bin ich nun im Besitz eines Pärchens ihrer Reso|Beta-Lautsprecher, die ich mit einem Röhrenverstärker (Unison Research) betreibe. Daneben besitze ich noch einen Transistorverstärker (Audio Analogue) mit Bassreflex-Boxen (Klipsch). Nun will ich versuchen, einen musikalischen Eindruck von ihren Boxen wiederzugeben.
Wie Sie wissen, kam ich eigentlich wegen anderer Boxen zu ihnen. Doch als ich dann fragte, ob Sie mir das Gehörte auch mal über ihre Greencones vorführen könnten, war es um mich geschehen (Sie hätten mich vorher warnen sollen...). Vom ersten Ton an, nahmen mich diese Lautsprecher musikalisch irgendwie gefangen. Diese Ehrlichkeit im Klang, die leichte, federnde Natürlichkeit der Töne, das war purer Wohlklang für meine Ohren. Die Reso|Beta als Breitbänder trifft sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Man muss, wie ich glaube, schon ein gewisses Alter/Reife (Hörerfahrung) für sie aufbringen, um die leisen Zwischentöne, die sie hervorzaubert, wahrnehmen zu können. In der Hifi-Welt gibt es ein Zitat, dass jeder intensiv Musiksuchende einmal entweder bei Breitbändern oder bei Hörnern landen wird. Nachdem ich nun ihre Boxen besitze und die Entscheidung getroffen habe, kann ich dieses Zitat nur bestätigen. Am Anfang dachte ich, dass die eindeutigen Stärken dieser Lautsprecher hauptsächlich bei akustischen Saiteninstrumenten und Stimmen liegen würden. Jedoch je mehr ich sie höre, desto mehr tendiere ich zu der Auffassung, dass ihr Einsatzbereich wesentlich weiter gefasst werden sollte. Ihre angegebenen 3 Watt Belastung sind sicherlich eine sehr moderate Angabe. Da mein Röhrenverstärker mit einer wesentlich höheren Ausgangsleistung angegeben ist, legte ich am Anfang beim Lauthören etwas mehr Zurückhaltung an den Tag. Aber die Reso|Beta macht auch bei lauterer Gangart stets eine gute Figur, ohne zu verzerren oder im Bass zu dröhnen. Dies ist sicherlich auch auf eine korrekte Dämmung ihrerseits zurückzuführen. Ob Rock oder Pop, man kann sie eigentlich nie so richtig ärgern. Bei härterer Gangart wie z.B. elektronischer Musik von Daft Punk werden die tiefsten, schnellen Bässe knallhart und kernig wiedergegeben (im Hintergrund sollte man immer im Kopf behalten, dass hier von “einer handvoll Watt“ gesprochen wird). Jedoch meint man zu wissen, dass solcher Musikstil und diese Lautstärken vielleicht sooo nicht im Sinne ihres Erfinders waren (die Chassis haben ja auch schon über 50 Jahre auf dem Buckel). Akustische Saiteninstrumente wie Gitarren (C. Boesser-Ferrari und R. Wolf) werden sehr angenehm wiedergegeben. Hier “fehlt“ jeder harte, metallische Klang, den sicherlich einige “Rocker“ vermissen würden. Wobei die Reso|Beta da mehr die Wirklichkeit trifft, ohne irgend etwas dazu zu dichten. Man sitzt förmlich auf den einzelnen Saiten und meint, dem Musiker bei seiner Interpretation zuschauen/-hören zu dürfen. Frauenstimmen sind natürlich ein besonderer Leckerbissen. Ob die Zischlaute einer Camille oder Björk oder einfach nur schöne Stimmen wie Soud Massi, Jane Monheit oder Cristina Branco. Die Reso|Beta drängt sich nie in den Vordergrund. Sie gibt den Interpreten immer Raum zur Entfaltung. Seit ich ihre Boxen besitze, bin ich ein großer Fan des Contra Bass (zum Beispiel R. Garcia-Fons), wie auch von diversen Perkussions- instrumenten (indische Table oder japanische Taiko). Der Reso|Beta-Bass in seiner leichten, federnden Art, entspricht einfach meinem Hörgeschmack. Dies führt mich dann auch weiter zu modernen Jazz-Trios, wie z.B. das von Martin Ehlers (strange blue light bay). Beim Zuhören mit welcher Leichtigkeit hier Klavier, Bass und Drums zusammenspielen, ist man einfach nur glücklich und kann sich bei dieser Musik so richtig zurücklehnen und entspannen. Seit ich ihre Greencones besitze, lasse ich mich auch immer öfter dazu verführen, stundenlang Musik zu hören. Man nimmt sich einfach gerne die Zeit dafür und das Fernsehgerät bleibt aus!
Fünf Wochen lang, war ich in der glücklichen Lage ihren 1626|SE Triodenverstärker auf Herz und Nieren zu testen. Ihr Verstärker passt wie der bekannte Punkt auf das i zu ihren Reso|Beta. Man ist sofort mitten im musikalischen Geschehen und wieder sind da die Themen Leichtigkeit, Schnelligkeit, Gelassenheit aber auch Durchsetzungsvermögen und Kontrolle, die man ihm an Hand der technischen Daten schlicht nicht zugetraut hätte. Die 1626-Triode spielt einfach in einer anderen Liga. Keine Angespanntheit, sondern eine innere Lässigkeit, die der Verstärker mit seinen 700mWatt einzig und allein in Musik verwandelt, vom angenehmen Bass über seidige Mitten bis zu kristallklaren Höhen. Abschließend kann ich mich nur bei ihnen, Herr LeBong, bedanken, dass Sie mir die Augen bzw. die Ohren für diese 50 Jahre alten Lautsprecher-Chassis von Saba geöffnet haben. Bei der Zweiteilung meiner Anlage war der Vater des Gedankens eigentlich, dass die Werktage für den Transistor und der Sonntag für die Combi Röhre und Reso|Beta sein sollte. Nun ist bei mir zuhause jeder Tag ein Sonntag! Alle Fotos auf dieser Seite © Bernhard Ritter
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